von Johanna:

Interstate 10, Grenze New Mexico-Arizona, Montag 14.11.2016

Wir fahren bis Benson und machen Feierabend.

Benson, Dienstag 15.11.2016

Wetter: ca. 27 Grad, Sonne

Heute wollen wir die Westernstadt Tombstone besichtigen. Der Historic District ist überschaubar, autofrei und die alten Gebäude sind voll mit Souvenirläden aller Art.

Die berühmte Schießerei am O.K. Corral wird nachgespielt – ist amüsant, aber wenn man sie nicht gesehen hat, dann ist es auch nicht schlimm.

Im Historama wird die Geschichte  von Tombstone gezeigt und erzählt – war interessanter als die Schießerei. Im Saloon von „Big Nose Kate“ kaufen wir uns Burger – – die waren nicht gerade günstig – aber lecker!

Auf dem Boothill Graveyard sind die „Bösewichte“ der Schießerei – Frank+Tom McLaury und Billy Clanton begraben. Einer der Bösewicht Ike Clanton und die Brüder Virgil+Wyatt+Morgan Earp und Doc Holliday haben überlebt. Auf dem Friedhof sind die meisten erschossen, aufgehängt, durch Indianer getötet oder gelüncht worden.

Auf dem Rückweg nach Benson kommen wir wieder an einer Border Patrol vorbei – seit Del Rio nun das vierte Mal. Balu wird automatisch fotografiert, dann anhalten und unsere Papiere werden kontrolliert – in den Wohnraum wollte bis jetzt keiner sehen. Aber alles freundlich und Mexikaner haben wir ja keine versteckt.

Kosten: 
O.K. Corral             US $ 10,00/Person

Benson, Mittwoch 16.11.2016

Wetter: Sonne, 25 Grad

Nach 1,5 Std. erreichen wir den östlichen Saguaro Nationalpark. Hier wachsen riesige Kakteen, die Saguaro´s. Sie können bis 20 m hoch und über 200 Jahre alt werden.

Aber auch andere Kakteen wachsen hier…dieser hier ist gut 1 m hoch.

oder diese…

Und auch ein paar Tierchen haben wir gesehen.

Balu macht sich doch ganz gut zwischen den Kakteen – Fotoshooting!

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Tucson, Donnerstag 17.11.2016

Wetter: Sonne, 25 Grad, abends kalt

Unser Ziel ist heute die Biosphäre 2. Es ist ein 1991 fertiggestellter Gebäudekomplex mit einem Ozean, einem Regenwald, einer Savanne, einem Sumpf und landwirtschaftlichen Feldern auf ca. 13.000 m² – alles unter Glas und von der Außenwelt weitestgehend unabhängig, außer Sonnenlicht und Strom. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten für mögliche bemannte Basen auf dem Mars oder anderen Planeten verwendet werden.

Das erste Forscherteam zog am 26. September 1991 ein und lebte trotz aller Pannen für zwei Jahre mehr oder weniger von der Umwelt isoliert. Die geplanten zwei Jahre hielten die acht Menschen durch, doch das System wurde mehr als 20 Mal geöffnet. Unter anderem war der Sauerstoff auf ein für die Gesundheit schädliches Maß gesunken und musste zugeführt werden.

Noch einmal zogen im März 1994 sieben „Bionauten“ ein, darunter ein Deutscher, doch der Versuch wurde nach einem halben Jahr abgebrochen.

Man hörte damals das Projekt sei gescheitert. Aber sie werden aus diesem „Scheitern“ schon etwas gewonnen haben – zumindest die Erkenntnis daß es nicht so einfach ist (wobei dieses Projekt ja schon nicht einfach war) außerhalb der Erde einen Lebensraum für Menschen zu erschaffen.

Was uns fasziniert hat, ist die immense Technik die dahintersteckt – Pumpen, Filter, etc. Vor allem das simple, aber wirkungsvolle System, das den Druck ausgleicht – da sich tagsüber die Luft aufheizt und ausdehnt. Das Gebäude besteht aber aus Glas, die Scheiben würden bei so einer Druckerhöhung  bersten. Also haben sie zwei „Ausgleichsgefäße“ gebaut, die „Lungen“ – Funktionsprinzip wie bei einer Heizung, nur in XXXXXXXXXXXL-Größe. Die Membran ist ein 4 to. schwerer Gummi (das schwarze auf den Bildern), das in der Mitte einen 16 to. schweren Metallteller hält. Nachts steht der Metallteller mit seinen Füssen am Boden. Sobald sich die Biosphäre aufheizt, drückt die Luft, die sich immer weiter ausdehnt, durch Schächte in die Kammern der beiden Lungen und der Gummi wird nach oben gedehnt, dadurch schwebt der Metallteller tagsüber in der Luft (wie auf den Bildern). Nachts wenn die Luft wieder abkühlt, zieht der schwere Metallteller den Gummi wieder nach unten und dadurch die Luft wieder in die Biosphäre.

Jetzt wird das Gelände genutzt um unserer Erde zu helfen.

Von 1998-2003 hat die Columbia Universität auf der ehemaligen landwirtschaftlichen Fläche die Auswirkungen von erhöhten Kohlendioxid auf Pappeln getestet.

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Seit 2007 führt die Universität Arizona Untersuchungen durch.

Auf drei je 30 m langen, 11 m breiten Metallgestellen mit 10 Grad Gefälle und ca. 1800 eingebauten Sensoren wurden jeweils ca. 500 to. zerkleinertes Basaltgestein aufgebracht. Das Gelände wird nun beobachtet – vom leblosen, mineralisches Substrat zur bewachsenen Erde. So will man genauer verstehen, wie der Klimawandel sich auf die Wasservorkommen und das Ökosystem einer Wüste auswirkt.

Dies ist unser zweiter Besuch der Biosphäre gewesen. Das erste Mal konnten wir nur außen herum gehen, da die zweite Gruppe Bionauten drin wohnte.

Kosten: 
Biosphere 2                      US $ 20,00/Person

Tucson, Freitag 18.11.2016

Wetter: wie in den letzten Tagen – 25 Grad, Sonne

Der westliche Teil des Saguaro Nationalpark steht heute auf unserem Programm. Auf der Schotterpiste „Golden Gate Road“ fahren wir quer durch den Park, danach ein Stück auf dem Scenic Bajada Loop Drive. Uns hat dieser Teil besser gefallen, es gibt hier mehr Saguaro´s und er sieht etwas wilder aus.

Da wir bereits die Hälfte der Vorstellungen verpasst hätten, kommen wir lieber morgen nochmal zu den Old Tucson´s Studio´s.

Dafür sehen wir uns die „Mission San Xavier del Bac“ an, die in einem Indianerreservat unterhalb Tuscon liegt.

Die Kirche wird noch benutzt, innen sehr bunt mit vielen Figuren.

Auf dem Kirchenvorplatz bieten Indianer „Indian Frybread“ an. Das Brot ist ähnlich wie Langosch. War sehr lecker.

Tucson, Samstag 19.11.2016

Wetter: und wieder 25 Grad, Sonne

In den Old Tucson Film Studio´s wurden seit 1940 über 400 Western und Westernserien gedreht, z.B. mit John Wayne (Rio Bravo, El Dorado, Rio Lobo) oder Bonanza oder, neueren Datums, Tombstone.

Es gab Stuntshows mit Schießereien, CanCan-Show, etc. – nicht auf die ernste Tour, sondern lustig gemacht.

Im Museum gibt es zu den bekanntesten Banditen der damaligen Zeit ein paar Informationen.

Butch Cassidy und seine Bande haben 1901 ein Foto „als guten Witz“ von sich machen lassen. Dieses Foto haben sie dann an die ausgeraubten Banken geschickt mit Dankesgrüßen.

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Jesse James und sein Bruder Frank haben Ihr „Handwerk“ bei der konföderierten Armee gelernt, als sie einen Guerilla-Krieg gegen die Unionstruppen führten.

Kosten: 
Old Tucson                    US $ 16,93 / Person

Tucson,  Sonntag 20.11.2016

Wetter: wie gehabt

Heute ist Putz- und Pflegetag und so sieht das aus.

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Tucson, Montag 21.11.2016

Wetter: es ist bewölkt, ab und zu regnet es ein paar Tropfen, ca. 20 Grad

Unser heutiges Ziel ist das Organ Pipe National Monument, wir wollen dort zwei Tage bleiben. Auf der Strecke fühlt man sich im wahrsten Sinne des Wortes wie im wilden Westen, endlose Steppe, ausgetrocknete Flussbetten, Kakteen, nur John Wayne hat noch gefehlt. Wir fahren durch die Tohono O’odham Nation Reservation (Indianerreservat) – und da kommt es schon mal vor das ein paar Pferde auf der Straße stehen. Am späten Nachmittag erreichen wir das Organ Pipe NM und hier lernen wir den „eisernen Ranger“ kennen – ein festgeschraubter Metallbriefkasten in den wir unseren Obolus für die zwei Übernachtungen auf dem Twin Peaks Campingplatz einwerfen.

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Organ Pipe National Monument, Dienstag 22.11.2016

Wetter: Sonne und 25 Grad

Heute treffen wir zum ersten Mal auf „Gleichgesinnte“. Elke und Stefan sind mit einem umgebauten Unimog unterwegs und es war natürlich sehr interessant zu hören welche Erfahrungen sie unterwegs gemacht haben. Und so ist ein Vormittag mal ganz schnell vorbei.

Aber wir wollen natürlich auch den Park erkunden und so fahren wir auf dem Ajo Mountain Drive durch die Wüste. 34 km Schotterpiste, gut zu fahren und immer wieder tolle Ausblicke auf die Wüste mit vielen Saguaro’s. Moment mal Saguraro’s ? Haben wir den falschen Park angefahren ? Wir wollten doch Organ Pipe’s sehen …

Nein alles ok, aber es gibt deutlich mehr Saguaro Kakteen im Park als Organ Pipe’s.

Fotovergleich Saguaro …

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und Organ Pipe.

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Für die 34 km brauchen wir fast 4 Stunden, wir machen eine „Geniessertour“, steigen oft aus. Wanderungen haben wir keine gemacht, die Kakteen waren von Balu aus viel besser zu sehen.

Organ Pipe Natl. Monument, Mittwoch 23.11.2016

Wetter: 25 Grad, Sonne

Nach der kleinen Tour von gestern machen wir heute die große Tour durch den NP, es liegen 64 km Off-Road Piste vor uns. Durch Warntafeln am Parkeingang werden wir erinnert wie nah wir an der mexikanischen Grenze sind: Keine Anhalter mitnehmen, kein Wasser abgeben und falls einem was „suspect“ vorkommt – Park Ranger informieren.

Die Tour hat es in sich, es geht über Stock und Stein, bergauf und bergab und wir brauchen mal wieder unseren Allrad. In einem ausgetrocknetem Flußbett bleiben wir im Sand stecken, aber mit Allrad war es dann kein Problem. Insgesamt war die Strecke etwas enttäuschend, landschaftlich trist, monoton und auch die Vielfalt der Kakteen war überschaubar.

Einzig die Oase direkt an der mexikanischen Grenze war etwas besonderes, dieser Kontrast zwischen dem Grün rund um die Oase und der Wüste darum ist bemerkenswert.

Hier wurde ich von einer afrikanischen Honigbiene attackiert, die stechen nicht gleich sondern stupsen einen erst an. Wir haben den Warnhinweis verstanden und haben uns verkrümmelt.

Am späten Nachmittag verlassen wir den Organ Pipe und wieder müssen wir durch einen Check Point der US Border Patrol – aber nur Ausweis vorzeigen, ansonsten alles sehr entspannt.

Wir fahren bis Gila Bend, wir wollen noch einkaufen denn morgen ist hier Thanksgiving und wir haben gehört das morgen alles zu sein soll. Als wir aber im Laden sind stellen wir sehr schnell fest das trotz dieses wichtigen Feiertags in den USA morgen geöffnet ist.

Gila Bend, Donnerstag 24.11.2016     Thanksgiving

Wetter: Sonne, 25 Grad

Unser heutiges Ziel sind die Casa Grande Ruins, wir fahren durch die Sonora Wüste nach Casa Grande. Auf der Fahrt sehen wir zum ersten Mal in den USA Massentierhaltung        zig tausende Rinder. Die Tiere waren zwar eingezäunt, hatten aber viel mehr Platz als in einem Stall.

An den Casa Grande Ruins angekommen müssen wir leider feststellen, das die am heutigen Feiertag geschlossen haben! Und so machen wir es uns auf dem gegenüberliegendem Parkplatz von Walmart gemütlich und relaxen den Rest des Tages.

Coolidge, Freitag 25.11.2016

Wetter: 25 Grad, Sonne und etwas windig

Wir besichtigen heute das Casa Grande Ruins Natl. Monument, es handelt sich hierbei um eine Gedenkstätte. Es beherbergt die Überreste einer etwa im Jahr 1200 entstandenen Siedlung des Volkes der Hohokam. Diese beherrschten den Kanalbau perfekt und bewässerten so ihre Felder. Durch geschickten Anbau von Feldfrüchten – es wurde z.B. Mais, Bohnen und Kürbis in kleinen Gruppen zusammen gepflanzt – waren die Ernteerträge sogar den heutigen überlegen!

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Die Casa Grande Ruins waren sehr interessant, vor allem wegen dem Tour Guide, eine ältere Dame (Volunteer) hat uns eine Stunde lange von dieser Indianerkultur erzählt – war hochinteressant.

Wir fahren noch bis nach Phönix, Balu bekommt eine ordentliche Wäsche die er auch dringend nötig hat und wir gehen im Anschluß ins Golden Corral.

Phoenix, Samstag 26.11.16

Wetter: Kälteeinbruch – nur noch 20 Grad und es ist bewölkt

Der Tag beginnt mit einem Deja Vu, wir haben einen Termin mit einer Mitarbeiterin vom Storage, wir waren da – sie nicht. Das hatten wir zu Beginn unserer Reise schon mal, wir saßen vor dem Hotel in Baltimore und wurden nicht abgeholt. Wir haben sie telefonisch erreicht und 30 Minuten später war sie dann da.

Den Rest des Tages verbringen wir mit Reinigung und Wartung von Balu.

Phoenix, Sonntag 27.11.2016

Wetter: 20 Grad, Sonne und Wind

Wir haben bei The Home Depot übernachtet, wenn es möglich ist steuern wir lieber die Parkplätze von Lowe’s oder The Home Depot an – bei diesen ist es in der Nacht ruhiger denn die haben Nachts geschlossen, bei Walmart ist immer offen …

Während wir putzen, Koffer packen, abschmieren etc., bekommen wir mal wieder Besuch. Jim ist begeistert von unserem Truck, er hat Freunde mit einem Unimog. Klaus fragt ihn dann auch gleich, ob er vielleicht die Werkstatt kennt in der sein Freund seinen Unimog bei Bedarf reparieren lässt – Jim telefoniert. Es dauert nicht lange und wir haben auf dem Parkplatz von The Home Depot neue Freunde kennengelernt: Jim, Bill, Shannan und nochmal Bill. Wir unterhalten uns eine ganze Weile und bekommen von ihnen das Angebot unser defektes Radlager im März im Hangar von Bill und Shannan reparieren zu können – wow!!!  Bill baut ein Flugzeug und hat auch noch einen Steyr, den er auch zu einem Wohnmobil umbauen will – da sind wir ihm mit Balu gerade recht gekommen um sowas mal fertig ansehen zu können. Wir tauschen noch Kontaktdaten aus und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Phoenix, Montag 28.11.2016

Wetter: 18 Grad, bewölkt, in der Nacht hat es auch etwas geregnet

Letzter Tag der Vorbereitungen für den Heimflug, Balu bekommt seinen endgültigen Stellplatz, Wassertanks entleeren, Batterien abklemmen usw. und als Besonderheit – ein Cover – eine Maßanfertigung für Balu, wasserdicht und UV beständig. Es ist schon dunkel als wir mit den Arbeiten fertig sind und mit dem Bus fahren wir ins Hotel.

Phoenix, Dienstag 29.11.2016

Wetter: 18 Grad, bewölkt

Heute geht es nach Hause, wir schlafen richtig aus, gehen gemütlich zum Frühstück. Wir relaxen noch bis kurz vor 12 Uhr – dann werden wir mit dem Shuttle zum Phoenix Sky Harbor International Airport gefahren. Das Einchecken und auch die Paßkontrolle verlaufen reibungslos und wir heben pünktlich um 14.45 Uhr ab. Unser erster Zwischenstop in Minniapolis-St.Paul ist schnell erreicht und es geht bald weiter nach Amsterdam.

München, Mittwoch 30.11.2016

Wetter: Hilfe!!!! Eiskalt, ich will wieder nach Arizona!!!!

In München landen wir überpünktlich, sogar 15 Minuten früher als geplant. Alles perfekt gelaufen und unser Taxi steht auch schon vor Tür.

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Unsere Route (1345 km) – einfach anklicken

 

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