Mississippi, Arkansas und Louisiana

von Klaus:

Clarksdale, Montag 24.10.2016

Wetter: 25 Grad und viele Wolken

Wir fahren am Mississippi entlang Richtung Süden. Vom Old Man River sieht man leider nicht viel, meterhohe Dämme sollen das Hinterland vor Überschwemmungen schützen. Der Mississippi führt 25 mal soviel Wasser wie der Rhein – das ist schon eine Hausnummer!

Beeindruckend sind hier die Felder, kilometerlang reihen sich verschiedene Feldfrüchte aneinander, Soja, Zuckerrohr, Reis und natürlich Baumwolle.

Als wir den Natchez Trace Parkway erreichen dämmert es schon und  das ist schon etwas gefährlich, keine Banditen sondern wegen der Tiere. Jede Menge Rehe, Hirsche und Wildschweine direkt am Straßenrand – wir legen den kleinen Gang ein.

Natchez, Dienstag 25.10.2016

Wetter: 26 Grad, Sonne

Wir fahren mit Balu in die Innenstadt, Parkplatz war kein Problem. Wir laufen etwa 2,5 Std. durch das kleine beschauliche Natchez. Nicht überlaufen und es gibt sehr viele alte Südstaatenhäuser zu sehen – nicht nur die aus dem Reiseführer. Es sind zwar ein paar dabei die mal einen Anstrich nötig hätten, die meisten sind aber wirklich toll. Schöne Stadt mit Blick auf den Mississippi.

Auf unserem Weg nach New Orleans (sprich: N´Awlins) haben wir wahrscheinlich US-Geschichte geschrieben – falls uns jemand gesehen hat – wir waren zu Fuß am Drive In Schalter. Bei Sonic gibt’s kein Restaurant in das man gehen kann, probieren wollten wir aber trotzdem und weil Balu für den Drive In zu groß ist – naja – ist Johanna zu Fuß gegangen.

Prairieville, Mittwoch 26.10.2016

Wetter: 30 Grad und Sonnenschein

Heute ist Plantagentour – Vom Winde verweht – so haben wir uns das in etwa vorgestellt. Die Plantagenhäuser liegen alle direkt am Mississippi, nur vom ehemaligen Charme dieser großartigen Häuser ist nicht mehr viel zu spüren. Eingepfercht zwischen riesigen Industrieanlagen ist es fast schon ein trauriger Anblick. Das kann man alles wirklich nur geniessen wenn man das „aussen herum“ ausblendet. Am schlimmsten fanden wir es bei der San Fransisco Plantage, Straße, Maschendrahtzaun und dahinter dieses wunderschöne Plantagenhaus. Gesamteindruck eine Katastrophe …

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Rechts Rohrleitungen von Lagertanks der Raffinerien über der Straße zum Mississippi und auf der linken Seite der San Francisco Plantation sieht es nicht viel besser aus.

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Wir haben Houmas House, Oak Alley, Laura, San Fransisco Plantation und die Destrehan Plantagenhäuser von außen besichtigt, alles schöne Häuser, teils tolle alte Eichenalleen, da kommt schon Südstaatenromantik auf, den Rest haben die Ami’s aber gehörig verschandelt.

Auf der Laura Plantage haben wir mit Erlaubnis des Gärtners Trinkwasser auftanken können. Wir haben uns eine Weile mit ihm über verschiedene Dinge unterhalten, unter anderem über Löhne und Steuern. Für Arbeitgeber ist es leicht „under the table“ zu bezahlen, es kontrolliert angeblich niemand. Und die Gefängnisse würden billige Arbeitskräfte anbieten – nämlich die Gefangenen. In den USA wären die Gefängnisse privatisiert und die Gefangenen müssten arbeiten um sich zusätzliches Essen, etc. kaufen zu können, da sie gerade genug zum Überleben bekommen würden.

Dann waren wir auf seine Empfehlung Cajun Style Essen. Wir waren enttäuscht, alles nur frittiert und von Gewürzen keine Spur, das hatten wir uns anders vorgestellt.

New Orleans, Donnerstag 27.10.2016

Wetter: 28 Grad, bedeckt, schwül

Mit dem Rad erkunden wir heute New Orleans, zuerst fahren wir in den Garden District, liegt etwas außerhalb von Downtown ist aber mit dem Fahrrad ein Katzensprung. Schöne, gepflegt Häuser, teilweise mit den hier so typischen eisernen Balkonen.

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Vornehme Wohngegend und mittendrin einer der ältesten Friedhöfe von New Orleans – Lafayette Cemetery. Die Menschen können hier aufgrund des hohen Grundwasserspiegels nicht begraben werden, deshalb werden, auch noch heute, fast kleine Häuschen gebaut.

Wir sind dann weiter zum French Quarter geradelt und beim Marriott haben wir unsere Fahrräder geparkt und sind zu Fuß weiter.

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Erst durch die Chartes und die Royal Street, hier befinden sich die noch am ursprünglichsten schmiedeeisernen Balkone. Diese sehen schon phantastisch aus, besonders wenn sie auch noch mit viel „Grün“ bewachsen sind.

Für Halloween ist auch schon dekoriert…

Die Fortbewegungsmittel der Polizei sind hier etwas kleiner geraten.

Am Jackson Square haben wir New Orleans auf uns wirken lassen, Künstler, Wahrsager und natürlich auch Jazz Musiker.

Am Riverwalk entlang sind wir bis zum French Market gelaufen und über die Bourbon Street wieder zurück. In der Bourbon Street war dann abends am meisten los, viele Kneipen und ein wirklich buntes Publikum …

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Neubau einer Straße…Wie lange die wohl bei der riesen Menge Stahl wohl hält? Bei uns wird ja im Fundament eines Hasenstalls mehr Eisen verbaut!

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New Orleans, Freitag 28.10.2016

Wetter: Sonne, 28 Grad

Wir verlassen New Orleans Richtung Houma, in der Nähe wollen wir eine Swamp Tour machen, daraus wir aber heute leider nichts mehr. Die gibt es nur 2x täglich und wir sind zu spät. Aber wir bekommen eine Telefonnummer und eine eMail Adresse, dort sollen wir anrufen und für morgen reservieren. Leichter gesagt als getan, wir versuchen es mindestens fünf mal – Anrufbeantworter und auf die eMail bekommen wir auch keine Antwort. Und so beschließen wir morgen um 10 Uhr einfach mal hinzufahren – vielleicht haben wir ja Glück.

Den Abend verbringen wir in Larose, da ist French Food Festival, wir essen, hören der Band zu und genießen das Treiben um uns herum. Gute Band und wir schätzen das wir beim Line-Dance zugesehen haben. War ein schöner Abend …

Im Golf von Mexico wird Öl gefördert und natürlich gibt es dabei auch Abfall. Als wir nach Larose gefahren sind, haben wir zuerst einen ölartigen Geruch bemerkt und dann diese Felder gesehen…

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Houma, Samstag 29.10.2016

Wetter: Sonne, 30 Grad

Zu allererst fahren wir zu „unserer“ Swamp Tour, vielleicht klappt es ja. Und wir haben Glück – das Boot ist nicht voll und wir können ohne Reservierung mit. Wir haben zwar schon gelesen das die Tour gut sein soll, aber was wir in den nächsten 2 Stunden erleben ist mehr als gut. Schildkröten, Blue Herons, Alligatoren – auch Alligatorbabys gerade aus dem Ei geschlüpft. Da lagen sogar noch die Schalen daneben.

Jim hat die Alligatoren etwas gefüttert und so sind sie sehr nah ans Boot gekommen und haben gefressen – wow!

Das gleiche hat er mit Weißkopfseeadlern gemacht, das alles aus nächster Nähe zu beobachten ist top.

Und was man hier nicht vergessen darf ist die Natur, wir befinden uns im Mandalay Wildlife Refuge. Zypressen mit spanischem Moos, Wasserhyazinthen und viele andere Pflanzen.

Dagegen war die Tour im Okefenoke Swamp für den ……!

Aber es gibt hier auch das – unzählige Schiffe mit allem möglichen, auch Gefahrgütern.

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Danach sind wir weiter nach Avery Island gefahren, kennt kein Mensch, aber Tabasco kennt jeder.

Allerdings hatten wir eine Straßensperre zu überwinden – ein LKW ist umgekippt. Und immer wieder kommen wir an abgeernteten Zuckerrohrfeldern vorbei, die abgebrannt werden.

Bei Tabasco gibt zwar keine geführte Tour, wir können aber selbst herumlaufen. Ist alles gut beschildert und erklärt wie aus der Chilischote (in USA Pepper) Tabasco Sauce wird. In Kurzform, Chilischote häckseln, einsalzen, umrühren. 3 Jahre in einem Holzfass reifen lassen, mit Essig verdünnen, sieben und mit Geheimgewürzen verfeinern – fertig, so einfach geht das. Von den Holzfässern werden die Eisenbänder abgemacht und durch Edelstahlbänder ersetzt. Die Chili / Salz Mischung in den Fässern würde das Eisen in kurzer Zeit durchrosten lassen.

In Lafayette schlagen wir unser Nachtlager auf. Auf dem Parkplatz von The Home Depot werden wir von jemandem angesprochen, er hätte uns letzte Woche in Nashville schon gesehen, na sowas …

Kosten:
Annie Miller´s Son´s Swamp and Marsh Tours    US $ 20,00/Person
Tabasco                                       US $ 5,95/Person

Lafayette, Sonntag 30.10.2016

Wetter: Sonne, 32 Grad

Und weil heute Sonntag ist lassen wir es heute gemütlich angehen. Johanna backt Brot und macht unsere „Wohnung“ sauber. Ich spiele mit dem Computer – wir brauchen mal wieder eine günstige Tanke und „GasBuddy.com“ hilft dabei.

Anschließend machen wir uns einen gemütlichen Fahrtag auf der I 10 bis nach Houston.

Unsere Route (Memphis-Baton Rouge)  und unsere Route (Baton Rouge – Grenze Lousiana-Texas) (1461 km) – einfach jeweils anklicken

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