von Klaus:

Sylva, Mittwoch, 12.10.2016

Wetter: Nachts wird es jetzt schon sehr frisch, tagsüber 20 Grad und Sonne pur

Gegen Mittag erreichen wir das Visitor Center im Nationalpark. Wir ergattern gerade noch so zwei Stellplätze für heute und morgen auf Campingplätzen. Oktober ist Hauptreisezeit für die Smoky’s. Nachmittags machen wir noch eine „kleine“ Wanderung, zumindest dachten wir das. Wir haben uns den Bradley Fork Trail – knappe 10 km – ausgesucht, anfangs geht es ganz gemütlich durch den Laubwald, aber dann zieht sich der Weg in Serpentinen den Berg hoch. Der Weg führt durch dichten Laubwald und ganze Wälder aus Rhododendren.

Viel „Indian Summer“ haben wir nicht gesehen, aber doch ein bißchen. Später haben wir erfahren, daß es seit 6 Wochen nicht geregnet hat und daher dieses Jahr die Färbung des Laubes nicht so ausgeprägt ist..

Und weil es abends so schön gepasst hat, haben wir auf dem Campingplatz unseren Grill ausgepackt und zu unserem Truthahn eine Flasche Wein genossen.

Smokemont Campground, Donnerstag, 13.10.2016

Wetter: perfektes Wanderwetter, knappe 20 Grad und Sonne

Nachdem wir uns gestern warm gelaufen haben, steht heute ein Stück vom Appalachian Trail auf dem Programm. Wir wandern zum Charlies Bunion, ein Felsvorsprung mit einer grandiosen Sicht über die Smoky’s. Auf den Felsen kann man auch klettern und es sich dort gemütlich machen – ist aber nichts für schwache Nerven und schwindelfrei sollte man auch sein. Der Wanderweg verläuft häufig genau am Bergkamm, so hat man Ausblicke auf beide Seiten.

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Für die 13 km lange Wanderung haben wir fast 6 Stunden gebraucht und dabei ca. 500 Höhenmeter überwunden. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt …

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Kosten:
Smokemont Campground      US $ 20,00/Nacht
Cades Cove Campground     US $ 20,00/Nacht

Cades Cove Campground, Freitag, 14.10.2016

Wetter. 20 Grad, Sonne

Wir verlassen den Great Smoky Nationalpark über die Rich Mountain Road – Schotterpiste, aber gut zu fahren. Schöne Tour durch den NP, immer wieder haben wir schöne Ausblicke in die Smoky’s, in Serpentinen den Berg hoch und runter,  genau das richtige für Balu – für unseren Koffer hingen die Äste aber ein wenig zu tief und haben den bereits vorhandenen Kratzern noch etliche hinzugefügt. Hätten wir unseren Koffer lackieren lassen, was wahrscheinlich nicht gerade billig ist, würde uns das schon arg weh tun, aber wir haben selbst lackiert und falls die Kratzer mal zu viele werden, machen wir uns einfach nochmal ans Werk.

Auf unserem weiteren Weg kommen wir noch an einer Tanke mit günstigem Diesel vorbei und für 1,96 US $ die Gallone, das sind umgerechnet etwa 50 Eurocent für den Liter, machen wir Halt bei Shell. In den USA ist Tanken nicht so einfach wie bei uns. Hier muß man meist vorher bezahlen, entweder an der Zapfsäule oder im Laden. Und da bei Bezahlung an der Zapfsäule mit Kreditkarte der Tankvorgang meist auf einen Höchstbetrag limitiert ist – der für PKW ausreichend ist, aber nicht für Balu – geht Johanna in den Laden und gibt dort den entsprechenden Betrag an, den wir tanken wollen. Diesmal war es aber nochmal „etwas“ nervenausreibender. 130 US $ sollten für unseren ersten 300 Ltr. Tank ausreichen, aber die Zapfsäule schaltet schon bei 50 Gallonen (=98 US $) ab, aber der Tank ist noch nicht voll. Johanna wieder in den Laden, reklamiert den Stopp – mittlerweile ist ein anderer Mitarbeiter an der Kasse, schaut bedröppelt und gibt dann was in seine Kasse ein und wir können wieder tanken. Nach weiteren 25 US $ ist der Tank voll. Johanna geht wieder in den Laden und will die verbliebenen 7 US $ holen oder auf die Kreditkarte zurückbekommen (jede Tanke macht das anders) – oh weh, der gute Mann hat irgendwie Murks gemacht und zu zweit rechnen sie rum, was denn jetzt auszuzahlen ist. Es wird der Taschenrechner, der Computer, Papier benutzt und irgendwann hören sie auf Johanna, die Ihnen schon mehrmals gesagt hatte, was sie rausbekommen möchte. OK, nach 30 min können wir weiter tanken, aber diesmal zahlen wir an der Zapfsäule – lieber mit Limit dreimal tanken, als noch einmal so. Da wir deshalb noch eine Weile an der Tankstelle beschäftigt waren, haben sie uns nochmal auf die erste Tankung angesprochen und nach langem hin und her hat sich rausgestellt, daß der zweite Mitarbeiter bei der Freigabe nach dem Stopp die weitere Tankung nicht auf unsere Kreditkarte sondern als Barzahlung verbucht hatte. Die 32 US $ fehlten aber nun in seiner Kasse, da bei Beendung des Tankvorgangs die Differenz der 130 US $ zu den getankten 98 US $ (= 32 US $) automatisch auf unsere Kreditkarte zurückging. Wir haben dann dem guten Mann die 32 US $ in bar gegeben, damit er heute nicht umsonst gearbeitet hat. Und da wir so viel Ärger mit Ihnen hatten, haben wir jeder ein Essen (Pulled Pork Sandwich mit Pommes) spendiert bekommen, das gibt’s auch nicht alle Tage.

Crossville, Samstag, 15.10.2016

Wetter: 25 Grad, Sonne

Heute bleiben wir auf unserem Parkplatz, wir müssen ein bißchen organisieren, putzen, ein paar Kleinreparaturen machen und vor allem – Blog schreiben !!

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Und da Johanna etwas erkältet ist, braucht auch sie einen Ruhetag.

Crossville, Sonntag, 16.10.2016

Wetter: 25 Grad, Sonne und ab und zu ein kleines Wölkchen

Zuerst ist mal wieder Wäsche waschen angesagt.

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Es geht weiter Richtung Norden, hier ist sehr viel Farmland, wenig Industrie, sehr idyllisch. Wir fahren durch eine kleine Ortschaft und sehen in einer Wiese – schön nebeneinander aufgereiht – uralte Autos. Na die schauen wir uns doch mal an.

Die aufgereihten Autos in der Wiese waren von der Straße aus zu sehen, aber als wir dann näher gekommen sind haben wir noch viele andere Autos entdeckt. Die sind ja fast schon so verwachsen wie die alten Maya Stätten in Südamerika ….. schade.

Glasgow, Montag, 17.10.2016

Wetter: 25 Grad, Sonne, teilweise sehr windig

Wir erreichen den Mammoth Cave National Park. Hier liegt das größte bisher erforschte Höhlensystem der Welt, es sind 640 km !! dieses Systems kartographiert und da wollen wir doch auch mal rein. Leider gibt es für heute keine Karten mehr – aber morgen um 10.15 Uhr geht’s in die Unterwelt. Wir gehen „oberirdisch“ wandern, geniessen den schönen Tag.

Nachmittags hauen wir uns ein paar Würstchen auf den Grill und relaxen etwas. Dann schreiben wir fleißig am Blog weiter.

Und weil wir wieder mal ein schönes Plätzchen zum Übernachten haben, beschließen wir gleich hier zu bleiben, in der Hoffnung daß niemand kommt. Denn wir befinden uns in einem Nationalpark und da ist außerhalb der Campingplätze „Overnight Parking“ verboten.

Mammoth Cave National Park, Dienstag, 18.10.2016

Wetter: 30 Grad, aber Gott sei Dank etwas windig

Wir wurden nachts nicht geweckt, entweder hat uns niemand von den Park Rangern gesehen oder es hat sie nicht gestört. Glück gehabt!

Gegen 10 Uhr gehen wir zum Visitor Center, wir haben ja gestern Eintrittskarten gekauft und um 10.15 Uhr geht die Tour los. Wir werden mit einem Bus zum Höhleneingang gebracht und da es in der Höhle kein elektrisches Licht gibt, bekommen wir Gaslampen.

In der Höhle sind etwa 15 Grad und wir sind begeistert! Hier hat die Natur die letzten Jahrtausende etwas einzigartiges geschaffen. Es gibt zwar auch „gewöhnliche“ Stalagniten und Stalagtiten, …

aber das besondere an dieser Höhle sind die „Blumen“ die hier wachsen. Hauchfein und zerbrechlich und funkeln wunderschön …

Nach unserer Tour fahren wir noch weiter bis Nashville, der Hauptstadt der Country- und Western Music – wir lassen uns überraschen.

Kosten:
Great Onyx Tour        US $ 18,00/Person

Nashville, Mittwoch, 19.10.2016

Wetter: wir sind wieder bei 35 Grad angelangt, Sonne pur, aber morgen erwarten wir einen Temperatursturz

Wir fahren mit Balu in die Innenstadt von Nashville, nach ein bisschen Suchen finden wir einen Parkplatz für 5 US $ Dollar den ganzen Tag. Für das Fahrrad war es uns diesmal zu weit, 15 km einfache Strecke bis in die Stadt – und außerdem viel zu warm.

Nach 10 Minuten Fußmarsch staunen wir das erste Mal – und das nicht schlecht! In Nashville gibt’s Elektrobusse und weil uns das natürlich interessiert sind wir diesmal diejenigen die Fragen stellen. Der Batteriekapazität reicht für 3 Stunden Stadtverkehr und die Aufladung der Batterie dauert max. 10 Minuten, dann geht’s wieder weiter für 3 Stunden. Wir finden das echt super und das im Land der unglaublich günstigen Spritpreise.

Die Downtown von Nashville ist sehr kompakt, unglaublich viele kleine Läden. Alte Plattenläden, kleine Radiosender, natürlich auch Touri Krimskrams. Aus jeder Kneipe kommt Live-Musik …

Ein paar Wolkenkratzer hat Nashville auch, die haben wir diesmal bewusst nicht fotografiert, Nashville mal anders …

Aus der Unionstation, dem Bahnhof, wurde ein Hotel…

Noch ein paar Bilder…

Und es gibt einen 1:1 Nachbau des Parthenon in Athen – nur komplett.

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Nashville, Donnerstag 20.10.2016

Wetter: bewölkt, nachmittags Regen, ca. 25 Grad

Erst einkaufen, dann fahren wir zu Jack Daniel´s in Lynchburg.

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Mittlerweile sind die Führungen nicht mehr kostenlos. Wir entscheiden uns , da wir noch weiterfahren wollen, für die „Dry County Distillery Tour“ (ohne anschließende Whiskey-Probe) – „Dry County“ deshalb, weil Lynchburg eine „trockene Stadt“ ist, in der kein Alkohol verkauft werden darf – ein Überbleibsel der Prohibition. Außer im Besucherzentrum von Jack Daniel´s – hier darf aufgrund einer eigens vom Senat erlassenen Erlaubnis, Whiskey verkauft werden.

Das Getreide wird gemahlen, kommt mit Wasser und Hefe in Gärbottiche und verbleibt dort 6 Tage. Dann wird destilliert und das Destillat (70%ig) braucht weitere 12 Tage um durch große Bottiche mit Holzkohle (ca. 3 m hoch) langsam durchzusickern. Die Holzkohle, aus Zucker-Ahorn, macht Jack Daniel´s selbst. Die zur Lagerung benötigten Fässer werden ebenfalls noch selbst aus Eichenholz produziert. Um dem Whiskey noch mehr Geschmack und Farbe aus dem Holz zu geben, werden die Fässer innen flambiert. Mit Quellwasser verdünnt kommt das Destillat in die Fässer und diese werden dann für mehrere Jahre in einem großen Gebäude, mit vielen Öffnungen in der ganze Fassade, gelagert.

Durch Temperaturschwankungen öffnen und schließen sich die Poren der Fasswände, dadurch dringt der Whiskey mehrfach ins Holz ein und wieder aus. Auf diese Weise nimmt er Farb- und Aromastoffe auf und je nachdem in welcher Höhe die Fässer gelagert werden, „atmen“ die Fässer anders und es entsteht unterschiedlicher Geschmack und Farbe.

Und das ist das Ergebnis:

Kosten:
Dry County Distillery Tour        US $ 14,00/Person

Pulaski, Freitag, 21.10.2016

Wetter: es ist deutlich kühler, windig, 17 Grad

Die Nacht ist ruhig, wir hatten eventuell an Gewitter gedacht. Gestern Abend waren doch ein paar größere Wolken am Himmel zu sehen.

Für heute ist nur die Fahrt nach Memphis geplant und so verbringen wir den Tag auf dem „Hwy 64 West“ bis wir am späten Nachmittag nach 302 km Memphis erreichen.

Memphis, Samstag, 22.10.2016

Wetter: perfekt, 20 Grad und blauer Himmel

Wir fahren mit dem Fahrrad nach Downtown, nach etwa einer halben Stunde erreichen wir die Sun Studios. Es ist ein altes Tonstudio und bezeichnet sich selbst als den „Birthplace of Rock & Roll“. Kunden waren Jonny Cash, usw. – und Elvis war natürlich auch hier …

Die Beale Street war dann unser nächstes Ziel, hier reiht sich eine Kneipe und Restaurant an das andere, wirkt aber alles sehr aufgesetzt, fast ein bisschen wie ein Freizeitpark.

Eine Besonderheit gibt es hier aber dennoch und zwar einen eingesessenen uralten Laden, A.Schwab, mit dem Motto: Was Sie hier nicht finden, brauchen Sie nicht ! Verrückt, aber hier gibt es jeden Sch….

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Über die Main Street sind wir dann zur Pyramide direkt am Mississippi Ufer. Eigentlich nichts aufregendes, aber darin befindet sich „Bass Pro Shop“. Ein Spezialist für „Outdoor“ (Fischen, Jagen, Camping,…), der Laden ist gigantisch, mit Flusslauf durch den Laden usw.

Und weil man in den USA gerne und viel zum Jagen geht braucht man(n) natürlich auch ein Knarre …

Bedingungen zum Erwerb von Waffen in Tennessee: Als Bürger von Tennessee kann man alle Waffen kaufen – Ausweis vorlegen, ein paar Fragen beantworten und Geld auf den Tresen legen…das war´s. Als Bürger des Nachbarstaates bekommt man „nur“ die großen Gewehre, keine Handfeuerwaffen… Und als deutscher Bürger bekommt man gar nichts!

Wir sind noch beim „The Peabody Hotel“ vorbei, Enten in der Lobby die um 17 Uhr zum Aufzug watscheln und in „ihrem“ Zimmer verschwinden – naja, muss man nicht gesehen haben.

Über die Beale Street sind wir dann wieder zurück zu Balu geradelt – insgesamt 20 km durch Memphis. Ach ja, in Graceland waren wir übrigens nicht –  wir sind keine richtigen Elvis Fan’s.

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Memphis, Sonntag, 23.10.2016

Wetter: 20 Grad und Sonne

Heute ist Sonntag, wir schlafen ein bisschen länger als sonst (10 min.). Für heute ist Wohnungsputz und Balu-Pflege angesagt. Nach getaner Arbeit fahren wir noch zu „Truck Wash“ und gönnen unserem Schätzchen eine ordentliche Wäsche.

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Kosten:
Blue Beacon Truck Washes      US $ 37,69

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Unsere Route (1408 km) – einfach anklicken

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