Georgia

von Johanna:

Savannah, Dienstag 27.09.2016

Wetter: Sonne, ca. 30 Grad

Wir fahren zum Visitor Center und stellen dort überrascht fest, daß wir hier für nur 8 US $ den ganzen Tag parken können. Nachdem wir uns einen Stadtplan und Info´s im Visitor Center besorgt haben, laufen wir zuerst in Richtung Waterfront. Hier ist alles sehr touristisch, viele Souvenirläden, wir sind etwas enttäuscht. Für Naschkatzen gibt es aber etwas besonderes…

Aber als wir von den üblichen Touripfaden abweichen, entdecken wir die Südstaaten, wie wir sie uns vorstellen – schöne Alleen mit riesigen, knorrigen, mit spanischem Moos behangene Eichen und ganze Straßenzüge mit alten Villen.

Savannah ist nicht so herausgeputzt wie Charleston, aber genauso schön und hat viele kleine Parks mittendrin.

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Als wir abends auf dem Weg zurück zu Balu sind, laufen wir an einem alten amerikanischen „Diner“ vorbei – Sandfly BBQ. Das müssen wir probieren und werden nicht enttäuscht. Pulled Pork – im wahrsten Sinne des Wortes saulecker!

Am Parkplatz sind alle Schranken offen und wir wundern uns, ob wir wohl ohne Bezahlen hier rausfahren können. Natürlich nicht, an der Windschutzscheibe hängt schon ein „Strafzettel“, den wir am nächsten Tag mit den 8 US $ Parkgebühr bezahlen sollen. Wir freuen uns, den so haben wir auch gleich einen Übernachtungsplatz für lau.

Und noch eine Überraschung – neben Balu steht ein deutsches Wohnmobil und wir lernen Margit und Wolfgang aus Offenbach kennen. Sie sind seit Anfang November 2015 unterwegs – erst mit Seabridge die 180 Tage Panamericana-Tour und dann noch ein knappes halbes Jahr durch die USA und Kanada. Ende Oktober geht es für die Beiden nach fast einem Jahr wieder nach Hause. Es wird spät als wir uns verabschieden, den wo die Beiden schon waren, wollen wir ja noch hin – Südamerika! Aber auch von Alaska haben sie einiges zu berichten und das liegt noch vor Südamerika auf unserer to-see-Liste.

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Savannah, Mittwoch 28.09.2016

Wetter: Sonne, ca. 30 Grad

Da es gestern spät wurde, nehmen wir heute einen Ruhetag. Klaus zahlt die 8 US $ und wir suchen uns einen neuen Stellplatz und tun nix.

Savannah, Donnerstag 29.09.2016

Wetter: Sonne, ca. 35 Grad – uff

Wir verabschieden uns von Savannah und fahren zum nördlichen Eingang des Okefenokee Swamp Park. Um 13:30 Uhr sind wir dort, genau richtig für die Bootstour um 14 Uhr. Um 15 Uhr dann die Eisenbahnfahrt und 16 Uhr Nature Show. Die Bootstour war schön – Alligatoren, Schildkröten, Eidechsen und iiigggiiitttt….. SPINNEN und was für welche. Die hätte ich nun wirklich nicht gebraucht. Ich konnte die nicht mal fotografieren. Der Bootsführer ist dann extra ganz nah hingefahren und hat sie aufgescheucht – ich war zum Glück nicht die einzige, die geschrien hat.

Die Zugfahrt, naja…. die ging durch den Wald an ein paar aufgebauten Indianerhütten, einer illegalen Schnapsbrennerei, etc. vorbei.

Die Nature Show war i.O., der Ranger hatte eine Schildkröte, eine Schlange und einen kleine 1,5 Jahre alten Alligator dabei und hat einiges über die Tiere erzählt. Klaus hat ja Angst vor Schlangen, aber hinterher meinte er hätte sie vielleicht doch mal anfassen sollen… er probiert es bei nächster Gelegenheit oder übernächster oder überübernächster….

Wir sind die letzten die den Park verlassen. Auf dem Weg zum Parkplatz läuft man am Wasser entlang und plötzlich schwimmt ein Alligator mit etwas im Maul vorbei…

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Ein paar Schritte weiter treffen wir auf drei Angestellte in Golfcarts. Auf unsere Frage, ob die Alligatoren gefüttert werden, heißt es „nein, ist doch illegal“ und schwups fliegt ein halber Fisch ins Wasser. Zwei der Angestellten verschwinden mit Ihren Golfcarts, aber eine Frau steigt aus und ruft immer etwas. Plötzlich sehen wir eine schnelle Bewegung im Wasser und ein großer Alligator taucht nur ein paar Meter von uns entfernt auf. Die Frau geht hin und füttert ihn mit Fisch. Imposant so ein Alligator, aber so nah muß ich ihn dann, zumindest ohne Zaun zwischen uns, doch nicht nochmal haben.

In Waycross parken wir in der Nähe eines chinesischen Restaurantes mit All-you-can-eat-Buffet. Wir gehen rein und da es lecker aussieht, wir heute noch nichts gegessen haben… für knapp 27 US $ für uns beide, können wir trinken und essen soviel wir wollen – das Essen war wirklich gut und wir kommen gerade noch so über die Straße nach Hause um uns mit vollen Bäuchen hinzulegen.

Kosten:
Okefenokee Swamp Park                     US $ 57,78

Waycross, Freitag 30.09.2016

Wetter: angenehme 27 Grad

Endlich hatten wir eine „kühle“ Nacht mit nur 20 Grad – wir brauchten unsere Decken wieder!

Als wir uns in Macon Info´s zum Antebellum Trail holen, erfahren wir daß am Wochenende eine Flugshow „Thunder over Georgia Air Ahow“ auf der Robins Air Force Base stattfindet. Die Air Force Base feiert 75. Geburtstag und jeder ist eingeladen, Eintritt kostenlos.

Nachdem wir bei Aldi noch eingekauft haben, suchen wir uns einen Stellplatz und suchen uns im Internet die Wegbeschreibung zur Robins Air Force Base.

Macon, Samstag 01.10.2016

Wetter: Sonne, ca. 30 Grad, nachts ist es jetzt zum Glück kühler mit 20 Grad

Die Parkplätze sind etwas von der Air Force Base entfernt und man wird mit Bussen von dort kostenlos zur Base gefahren. Als wir am Parkplatz von Boeing eintreffen, räumen Soldaten die Absperrung weg und winken uns durch. Wir sind überrascht, aber da wir das erste größere Fahrzeug sind, denken wir uns nichts dabei. Erst als wir einen Soldaten fragen wo wir den jetzt genau parken sollen, schaut er verdutzt erst uns und dann seine Kollegen an, die die Absperrung weggeräumt haben. Wir merken, daß die uns als Militär angesehen haben und wir eigentlich hinter der Absperrung nichts zu suchen hätten, aber wir dürfen bleiben – wir auf dem Rollfeld von Boeing, die anderen auf der Wiese davor.

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Im Internet hatten wir gelesen, daß man Stühle mitbringen soll, also haben wir unsere Campingstühle dabei und Ohrstöpsel.

Da wir früh dran sind, bekommen wir noch Plätze mit guter Sicht aufs Rollfeld. Als ich meine Fotokamera auspacke, stelle ich fest, daß der Auslöser abgebrochen ist. Zum Glück steht noch ein kleiner Plastikstift raus, es geht also gerade noch so den Auslöser zu betätigen.

Um 11 Uhr geht es los mit kleineren Sportmaschinen, Doppeldeckern und alten Kampfmaschinen die sich Scheingefechte mit Explosionen am Boden liefern – einmal musste die Feuerwehr ausrücken, damit das Feuer  wieder gelöscht wurde (Rauchen war verboten wegen Brandgefahr des trockenen Grases!). Zwischendurch Air Force Transportflugzeuge, die Fallschirmspringer absetzen und eine F14 im Tiefflug – jetzt wissen wir warum wir Ohrstöpsel mitgenommen haben.

Aber diese benötigen wir auch für „Shockwave“, den schnellsten LKW der Welt mit 36.000 PS und 480 km/h schnell. Die Turbine hinten drauf und seine beiden Auspuffrohre haben Feuer gespuckt.

Gegen 15 Uhr kam dann der Höhepunkt der Show – die „Thunderbirds“, die Kunstflugstaffel der US Air Force mit sechs F15. Fast 45 min Formationsflug, Drehung hier, Drehung da, keine Ahnung wie das alles heißt… einfach nur wow!

Macon, Sonntag 02.10.2016

Wetter: Sonne, 30 Grad

Klaus klebt den Auslöser mit Sekundenkleber fest – er hält, aber leider so fest, daß er sich nicht mehr betätigen lässt. Da bei der Kamera bereits der Batteriedeckel mit Tesa festgehalten werden musste und manchmal das Bild zitterte, hatten wir vor uns zu Hause nach einer neuen umsehen. Tja, das konnte nun nicht mehr warten.

Nachdem die Wohnung geputzt war, Klaus ein paar Kleinreparaturen durchgeführt hatte und die Wäsche gewaschen war, haben wir uns bei „Best Buy“ (amerikanischer Media Markt) nach einer Kamera umgesehen. Die Auswahl war dann so riesig, daß wir uns nicht entscheiden konnten – von den gerade mal 10 Kameras war nicht wirklich was dabei. Auf Nachfrage bei einem anderen Kunden, konnten der uns als Alternative nur Amazon empfehlen.

Also habe ich die nächsten Abende damit verbracht im Internet zu recherchieren und zu guggen und zu vergleichen…

Macon, Montag 03.10.2016

Wetter: sonnig, schwül, über 30 Grad

Hurricane Matthew soll Ende der Woche Florida erreichen, zum Glück sind wir jetzt schon über 250 km von der Savannah weg und fahren noch weiter ins Landesinnere. Bis er auf unserer Höhe ist, sollten wir in Atlanta sein und über 400 km von der Küste entfernt.

Bevor wir Macon verlassen, kaufen wir noch bei Walmart ein, vor allem Getränke. Der Parkplatz ist etwas abschüssig und daher bietet sich an, endlich das klingelnde Geräusch auf der Beifahrerseite zu lokalisieren, das wir schon seit längerem hören und das langsam intensiver geworden ist. Das Geräusch haben wir gehört wenn es bergab ging und Klaus vom Gas gegangen ist. Wir dachten es wäre etwas vorne, aber als ich mich auf den Parkplatz gestellt habe und Klaus Balu an mir vorbeirollen lies, kam das Geräusch vom Hinterrad. Jetzt muß Klaus auch etwas recherchieren.

In Macon beginnt der Antebellum Trail.

Unser nächster Stop ist, nachdem wir Gray-Old Clinton durchfahren haben, Milledgeville. Hier gibt es ein großes Gebäude, das jetzt als Militärakademie genutzt wird. Der Ort wirkt etwas verwahrlost.

In Eatonton übernachten wir. Ein Polizist hat mal wieder Interesse – was ist das, wer, wie, wohin, … aber er steigt erst gar nicht aus seinem Fahrzeug aus und fährt dann weiter.

Endlich habe ich mich für eine Kamera entschieden, aber da wir aber keine Adresse in den USA haben, ist Amazon keine Option. Best Buy hat aber auch einen Online-Shop mit viel viel viel mehr Auswahl. Super, dachte ich, dann bestelle ich online die Kamera die ich will, lasse sie in eine Filiale nach Atlanta liefern und hole sie dort ab. Tja, aber soo einfach ist das dann doch nicht. Das erste Problem konnte ich noch lösen – sie wollten eine Telefonnummer und meine deutsche nahm das System nicht an, also habe ich getrickst und die Telefonnummer der Atlanta-Filiale eingetragen. Aber daß Bayern kein Bundesstaat der USA ist, konnte ich nicht umgehen, da es auch irgendwie zum Abgleich der Kreditkarte verwendet wird. Was nun? In der nächsten Filiale die Kamera bestellen, gleich dort bezahlen und sie in einer anderen Filiale abholen? Wir probieren das morgen einfach in der Filiale in Athens.

Eatonton, Dienstag 04.10.2016

Wetter: Sonne, etwas windig, 28 Grad

Im TI bekommen wir neben Stadtplan und Info´s auch eine kleine Führung durch die Geschichte Eatontons, schön gemacht. Es gibt sogar zwei Berühmtheiten: Alice Walter (Die Farbe Lila) ist hier geboren und der Autor eines in den USA anscheinend überall bekannten Kinderbuches (Uncle Remus). 1,5 Stunden laufen wir durch den Ort, leider stehen viele Geschäfte leer, aber es gibt ein paar schöne alte Villen.

Auf unserem weiteren Weg kommen wir an einer Indianerstätte vorbei – Rock Eagle Mound. Auf einem Hügelchen sind Steine zur Form eines Adlers zusammengetragen worden. Nur von einem Turm sieht man die Figur. Es ist nicht bekannt, warum die Indianer das gemacht haben – man vermutet religiöser oder zeremonieller Zweck. Naja, lag auf unserem Weg.

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In Madison machen wir eine ähnliche Tour wie in Eatonton. Aber Madison ist lebhafter, gepflegter, ein schönes Städtchen mit schönen Antebellum Villen.

In Athens steuern wir als erstes die Best Buy Filiale an. Erst verweist sie uns an den Online-Shop und wir erklären unser Problem. OK, sie nimmt die Bestellung für uns auf, aber sie hat die gleichen Probleme – keine amerikanische Telefonnummer, die Mitarbeiterin nimmt dann Ihre eigene Handynummer. Bei meinem zweiten Problem mit der deutschen Adresse, scheitert sie fast ebenfalls, aber dann kommt einem Kollegen eine Idee – wir sollen einen Geschenkgutschein hier vor Ort kaufen und bezahlen. Mit diesem wird dann die Bestellung bezahlt und da keine Kreditkarte zum Einsatz kommt, mit der die Adresse abgeglichen wird, klappt die Bestellung endlich. Am Freitag soll ich sie in Atlanta abholen können.

Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, behalten wir Hurricane Matthew im Auge. Er kommt von Haiti über Florida die Ostküste rauf. Teile der Ostküste werden ab morgen evakuiert. Zum Glück haben wir Florida aus unserer Route genommen, denn sonst wären wir im Moment genau dort und müssten umkehren.

Athens, Mittwoch 05.10.2016

Wetter: 28 Grad, sonnig, etwas windiger

Klaus hat sich heute das Öl der Hinterachse angesehen, kein Schaum, auch nicht schwarz und auch genügend drin. Er hat das Hinterrad dann noch angehoben, gedreht und dran gewackelt – Kratzgeräusche und es hat gewackelt. Radlager !?!

In Atlanta finde ich im Internet mehrere Freightliner Niederlassungen, die sollen auch Mercedes machen.

Und da wir eh genug Antebellum Häusern gesehen haben, fahren wir nach Atlanta.

Die Werkstatt ist riesig. Draußen fotografieren die Mechaniker Balu und drinnen in der Annahme wirft keiner auch nur einen Blick aus dem Fenster. Als sie dann Mercedes hören, schütteln sie gleich den Kopf und geben uns die Adresse einer anderen Niederlassung – Freightliner Special. Als wir dort ankommen, hört der auch nicht richtig hin, schüttelt auch nur wieder den Kopf, er mache zwar Mercedes, aber nur Sprinter. Zumindest telefoniert er rum und findet dann eine Österreicherin. Während Klaus mit ihr telefoniert, versuche ich dem Kerl nochmal zu erklären, daß wir im Moment nur Werkzeug bräuchten um die Antriebswelle rausziehen zu können. Er hätte uns dann evtl. auch helfen können, aber mittlerweile hat Klaus mit der Österreicherin alles besprochen und wir sollten morgen vorbeikommen. Da der Herr von Freightliner jetzt Feierabend hatte, war er wohl froh, daß er unser Problem vom Hof hatte.

Um morgen nicht mehr lange suchen zu müssen, sind wir zu der Werkstatt der Österreicherin gefahren. Es ist zwar eine Mercedes Werkstatt, aber eine für PKW – Austrian Motors. Die Werkstatt war sogar noch offen, daher sind wir gleich mal rein. Josi, die Österreicherin, hat sich Zeit genommen und sich unser Problem am Objekt erklären lassen. Sie hatte Bedenken, da sie keine Möglichkeit haben, ein so großes Fahrzeug anzuheben, aber als wir Ihr erklärten, daß wir das selbst machen können, hat sie uns zugesichert, daß sie morgen bestimmt eine Möglichkeit finden würden, die Antriebsachse rauszuziehen. Morgen 9:30 Uhr sollen wir wiederkommen. Schön, aber ob das klappt in einer PKW-Werkstatt?

Atlanta, Donnerstag 06.10.2016

Wetter: Sonne, etwas Wind, 28 Grad

Pünktlich um 9:30 Uhr sind wir bei Josi und parken vor der Werkstatt, innen würden wir alles blockieren.

Ich verschwinde in unserer Wohnung und mache Bürokram, Klaus kümmert sich um das Radlager.

Klaus hebt das Rad wieder an, schraubt den Radnabendeckel ab – soweit war er ja schon mal. Ernst, ein Mechaniker aus Österreich, kommt mit einem Abzieher mit „Haken“ vorne dran und schwups kam die Antriebswelle raus. Fett war keines mehr drin, nur alter Brammel (für die Nicht-Oberpfälzer: Dreck). Da hat nichts mehr geschmiert. Klaus hat alles sauber gemacht, ca. 150 g Wälzlagerfett in das Rollenlager gedrückt und alles wieder zusammengebaut. Das hält nun hoffentlich bis Phönix und im Februar bringen wir ein neues Radlager und passendes Werkzeug von zu Hause mit.

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Als wir dann zahlen wollen, werden wir nochmals überrascht – es kostet uns nichts, nur ein paar Postkarten von unterwegs hätten sie gerne. Nicht mal für das Fett wollte Ernst etwas haben.

Und weil heute der Tag so gut begonnen hat – meine Kamera ist schon heute abholbereit! Jetzt muß ich üben.

Atlanta, Freitag 07.10.2016

Wetter: 24 Grad, es regnet immer wieder – wir bekommen doch ein paar Ausläufer von Hurricane Matthew mit

Den Vormittag verbringen wir unerwarteter Weise mit Quatschen. Ein Ehepaar hat unseren Balu entdeckt und wir unterhalten uns mit den Beiden sehr lange. Er war Ingenieur bei der Navy, hat an Atom Reaktoren gearbeitet, und sie Krankenschwester. Sie haben schon an verschiedenen Orten in den USA gelebt und wohnen jetzt in Williamsburg, Virginia. Damit eine ihrer Töchter ihr Haus vermieten kann, sind sie in Atlanta und helfen bei der Renovierung. Und da zwei Ihrer Töchter in Florida leben, warten sie auf Nachricht, ob sie nach Hurricane Matthew evtl. dort gebraucht werden. Und falls nicht, fahren sie erst nach Hause, wenn der Hurricane an Virginia vorbei ist.

Unsere Vorräte brauchten mal wieder eine Ergänzung, daher standen Aldi und Walmart auf unserer Liste.

Aber dann ging es zum Stone Mountain State Park, angeblich der größte freiliegende Granitfelsen, über 250 m hoch. Auf der Nordseite, in 130 m Höhe, in der Größe eines Fußballfeldes ist ein Relief etwa 7 m in das Gestein geschlagen worden. Es zeigt drei Persönlichkeiten der Konföderierten Staaten von Amerika – Präsident Jefferson Davis und die Generäle Thomas „Stonewall“ Jackson und Robert E. Lee.

Die 1,6 km lange Wanderung ist eigentlich ein schöner Spaziergang, aber da es immer wieder geregnet hat, war der Granitfelsen ganz schön glatt. Die Aussicht war durch den Regen auch nicht besonders gut.

Die heiße Dusche später hat das aber alles wieder vergessen lassen.

Kosten:
Parken im Stone Mountain Park                          US $ 15,--

Atlanta, Samstag, 08.10.2016

Wetter: Sonne, 28 Grad, windig (Ausläufer von Hurricane Matthew)

Heute ist „nichts tu Tag“, außer das wir Balu näher an der Innenstadt von Atlanta parken. Wir haben uns dazu den Parklatz von „The Home Depot“ ausgesucht. Wir fragen die Security ob wir bis Montag hier bleiben können und die haben nichts dagegen, passt. Eigentlich ist hier Overnight Parking verboten, aber wenn man fragt drücken die schon mal ein Auge zu. Die Parkplätze von Einkaufszentren sind sehr häufig von Security bewacht und gerade in Gr0ßstädten kommt uns das sehr gelegen wenn wir auch noch einen bewachten Stellplatz haben.

Atlanta, Sonntag, 09.10.2016

Wetter: Sonne, 28 Grad, ein paar Wolken

Wir radeln nach Downtown Atlanta, unser erstes Ziel ist das Viertel „Sweet Auburn“. Viele Kneipen und Restaurants und vor allem leben und wohnen Schwarze in diesem Viertel.

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Hier hat die Bürgerbewegung um Martin Luther King ihren Anfang genommen. Er ist hier geboren, hat hier gepredigt und ist auch hier beerdigt.

Es gibt ein sehr informatives Besucherzentrum welches die Geschichte um MLK sehr veranschaulicht und für was er eigentlich gekämpft hat – ausschließlich um die Gleichberechtigung aller Rassen und dies alles ohne Gewalt.

„I have a dream …“ – den Satz kennt jeder !

Hier die Übersetzung ins Deutsche: „Ich habe einen Traum, daß auf den roten Hügeln Georgias eines Tages die Söhne früherer Sklaven mit den Söhnen ehemaliger Sklavenhalter gemeinsam am Tische der Brüderlichkeit zusammensitzen werden. Ich habe einen Traum, daß meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach Ihrem Charakter beurteilt werden. Dies ist unsere Hoffnung, dies ist mein Glaube mit dem ich in den Süden zurückkehre – mit diesem Glauben werden wir fähig sein, aus einem Berg der Verzweiflung einen Stein voller  Hoffnung zu schlagen.“

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Auf dem Weg zum Capitol kommen wir an einer kleinen Markthalle vorbei, hier stärken wir uns mit einem Chocolate Cupcake. Nachdem wir das Capitol umrundet haben…

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steuern wir Underground Atlanta an. Das ist nicht die Kanalisation …

Es gibt ganze Straßenzüge die im Laufe der Jahre mit Straßen bzw. Brücken überbaut worden sind. Lange Zeit hat sich keiner mehr darum gekümmert und die Straßen und Läden darunter sind in Vergessenheit geraten. In den 80igern wurden diese Straßenzüge wieder entdeckt und sind renoviert worden.

Auf unserem Weg durch Atlanta sehen wir uns auch die zwei größten Atrium Hallen von Hotels in den USA an. Das Marriott und das Hyatt, echt beindruckend, teilweise vom Baustil schon etwas unheimlich.

Zur Stärkung gehen wir mal wieder Chili Hot Dog essen, soll im „The Varcity“ besonders gut sein. Außerdem ist dies das größte Drive Thru Restaurant der USA, Platz für 150 Autos und 600 Plätze im Restaurant, das war es aber auch schon mit toll. Das Essen war be……….

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Zum Abschluß unserer Tour fahren wir noch am FOX Theater vorbei, anfangs dachten wir das wir vor einer Moschee stehen, aber wir waren schon richtig. Das Theater wurde im maurischen Stil erbaut, sieht man auch nicht alle Tage.

Und weil es schön langsam finster wird, geht es jetzt zurück zu Balu.

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Aber wir werden nochmals abgelenkt. Gestern haben wir schon Abends Musik und Reden gehört, daher sind wir neugierig dorthin gefahren – es war das Atlanta Pride Festival (Gay Wochenende).

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Wir sind etwa 16 km durch Atlanta geradelt.

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Atlanta, Montag, 10.10.2016

Wetter: Sonne 25 Grad, perfekt

Und weil so schönes Wetter draußen ist, schauen wir uns das größte Aquarium in Nordamerika von innen an.

Das Aquarium ist aber schon was besonderes, es ist unmöglich hier aufzuzählen was wir alles gesehen haben. Die Becken sind im Vergleich zu einem herkömmlichen Aquarium riesig.

Highlight ist mit Sicherheit das Becken mit den vier Walhaien und einer riesigen Glaswand.

So toll das alles anzusehen ist, einen faden Beigeschmack hat das leider schon. Es wird zwar an allen Ecken und Enden betont das mit den Eintrittsgeldern auch Forschung betrieben und allen möglichen Tieren geholfen wird, aber auch wenn die Walhaie mit max. 6,7 m nicht ausgewachsen sind (der längste bisher vermessene Walhai brachte es auf 13,7 m) und das Becken etwa 150 m lang und 90m breit ist – gegen den offenen Atlantik ist es ein Gefängnis!

Kosten:
Georgia Aquarium in Atlanta                US $ 67,00

Atlanta, Dienstag, 11.10.2016

Wetter: Sonne, 22 Grad, besser geht es kaum

Wir verlassen heute Atlanta, wir wollen in die Great Smoky Mountains. Die liegen etwa 250 km von Atlanta entfernt, also für uns ein Fahrtag. Kurz vor den Smoky’s liegt die kleine Ortschaft Sylva, wieder in North Carolina, hier übernachten wir.

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Unsere Route (1178 km) – einfach anklicken

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