Maryland und Virginia

von Klaus:

Wackersdorf, Dienstag, 06.09.2016

… die gut fünf Wochen waren schnell vorbei, vor allem standen doch einige „Reiseerlebnisberichttermine“ in unserem Kalender. Und dann noch hier und da wieder alles in Ordnung gebracht und schon sind wir wieder beim Koffer packen.

Die Koffer haben wir am Vortag unserer Abreise diesmal gewogen, ein bißchen umpacken aber insgesamt war alles ok.

Und auch die vermeintlich verschenkte Imbusnuß ist wieder aufgetaucht – war im Werkstatt-Nußkasten sauber eingeräumt – wer das wohl war? Ich bestimmt nicht, ich räum ja nicht auf… Jetzt ist sie jedenfalls auch im Koffer und fliegt zu Balu.

Wir werden wieder pünktlich von den Schwiegereltern abgeholt, um 6.30 Uhr startet unsere zweite Tour. Die Fahrt zum Flughafen und auch der weitere Check-in verläuft problemlos. Hoffentlich geht das so weiter- wir hatten bei unserer ersten Tour so unsere Erfahrungen. Unser Flug, diesmal mit Delta Airlines, klappt ohne Verzögerungen. Wir fliegen von München nach Atlanta und von dort weiter nach Baltimore. In Atlanta müssen wir wieder durch den Zoll und da haben sich die Ami’s was einfallen lassen! Ich würde ja schon fast  sagen ein „Self Check-in“ für die USA – Reisepass auf Glasplatte legen, einscannen, bestätigen. Dann geht eine neue Seite auf – Gesicht in eine Kamera halten, Foto machen, anschließend Fingerabdrücke nehmen. Dann noch die Fragen beantworten und am Ende dieser Prozedur bekommt man einen Papierausdruck für den Zollbeamten. Alles vollautomatisch und wenn man was angestellt hat geht gleich eine Falltür auf … nicht ernst nehmen. Man muss aber trotzdem nochmal zu einem Zollbeamten, denn das Visum in den Reisepass stempeln kann der Automat NOCH nicht. Unser Weiterflug von Atlanta nach Baltimore klappt auch ohne Probleme und unsere Koffer sind auch mit dabei.

Wir übernachten in der Nähe des Flughafens, Microtel Inn, für 78 US$ ging es gerade mal so. Das Frühstücksbuffet war aber absolut in Ordnung, sogar frische Waffeln konnte man sich selbst machen.

Baltimore, Mittwoch, 07.09.2016

Wetter: bedeckt, schwül, 30 Grad oder noch ein bisschen mehr

Wir stehen vor unserem Hotel – bestellt und nicht abgeholt. Nach einer halben Stunde rufen wir bei unserem Garagenvermieter mal an, der sollte uns nämlich um 10 Uhr abholen. Er ist zum falschen Hotel gefahren, obwohl ihm Johanna extra ein E-Mail mit der Adresse geschickt hatten. Naja, was soll’s – 15 min später ist er da.

Jetzt sind wir doch etwas angespannt, fast sechs Wochen ohne Balu, wird alles ok sein? Balu steht genau so da wie wir ihn verlassen haben, nur die Bordbatterien sind zu etwa 50% entladen. Das sollte nicht sein, ich habe extra noch die Sicherungen entfernt. Da muss ich demnächst mal nachforschen wo der Strom hingegangen ist …

Aber ansonsten ist alles ok, Johanna räumt ein und macht sauber, ich stelle Balu wieder auf seine eigenen Beine und fülle Wasser auf. Gegen 16 Uhr fahren wir los. BWI Storage in Baltimore, falls mal jemand eine Unterstellmöglichkeit braucht, ist echt zu empfehlen.

Auf unserem Weg nach Annapolis machen wir noch Halt bei Aldi und Walmart, schließlich ist unser Kühlschrank leer. Gegen 19 Uhr erreichen wir Annapolis und schlagen unser Nachtlager in einer ruhigen Seitenstraße auf – bis morgens die Busse vorbei fahren.

Annapolis, Donnerstag, 08.09.2016

Wetter: Sonne und Wolken wechseln sich ab, viel zu warm und schwül, ca. 34 Grad

Heute steht die „Perle der Ostküste“ auf dem Programm – so steht es zumindest im Reiseführer. Annapolis hat zwar nur 40.000 Einwohner, ist aber die Hauptstadt von Maryland. Es gibt hier keine Hochhäuser, nur kleine Einfamilienhäuser. Das Kapitol konnten wir besichtigen…

und ebenfalls das „William Paca House“. Dieses gibt Einblick in das Leben der englischen Oberschicht im 19. Jahrhundert.

Annapolis ist eine kleine beschauliche Kleinstadt mit typisch amerikanischen Flair und schön restauriertem Stadtkern.

Annapolis, Freitag, 09.09.2016

Wetter: Sonne, 35-40 Grad

In Annapolis fahren wir noch zum AAA, hier decken wir uns für unsere zweite Reise mit Straßenkarten ein. Dann geht’s gemütlich weiter nach Washington D.C., bei Lowe’s (US-Baumarktkette) dürfen wir auf dem Parkplatz die nächsten Tage stehen bleiben – passt.

Denn Rest des Tages machen wir hitzefrei …

Washington D.C., Samstag, 10.09.2016

Wetter: eigentlich viel zu warm, knappe 40 Grad

Heute packen wir mal wieder unsere Fahrräder aus.

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Unsere erste Station ist das US-Kapitol. Hier holen wir unsere Eintrittskarten für die 13 Uhr Führung ab. Für das Weiße Haus haben wir leider vergessen uns vorher anzumelden. Wobei wir auf der Homepage der deutschen Botschaft den Hinweis finden daß es derzeit wegen der Sicherheitskontrollen für deutsche Staatsangehörige nicht möglich ist das Weiße Haus zu besichtigen. Für Deutsche kann ich es ja verstehen, aber wir kommen doch aus Bayern…

Wir radeln die komplette National Mall vom Kapitol bis zum Lincoln Memorial entlang. Von dort hat man einen schönen Blick auf das Washington Monument mit dem davor liegendem Reflecting Pool.

Das Weiße Haus können wir, aus o.g. Gründen nur von außen ansehen. Und jetzt wird es Zeit für unsere 13 Uhr Führung im Kapitol …

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Das Gebäude ist sehr imposant, die Räume mit vielen Statuen und Gemälden geschmückt und natürlich die große Kuppel in der Mitte. Enttäuschend war aber das wir in die Sitzungssäle des Senats und des Repräsentantenhauses nicht mal hineinsehen dürften.

Durch einen unterirdischen Gang, voll klimatisiert versteht sich, gelangt man in die Library of Congress, wow, die war super, tolles Gebäude. Hier sind ca. 31 Mio. Bücher in 470 Sprachen, 50 Mio. Handschriften, 12 Mio. Fotos und 4,8 Mio. Karten in den Regalen – beindruckend.

Im National Archiv besichtigen wir noch das Original der Unabhängigkeitserklärung sowie die erste Verfassung der Vereinigten Staaten. Erstere leider fast kaum mehr zu lesen.

Nach so viel Kultur haben wir jetzt Hunger – das Ben’s Chili Bowl in der U-Street soll ein Tipp sein. Mit dem Radl einmal quer durch Washington D.C. und schon sind wir da, Multi Kulti Gegend, Kneipen mit Dachterrassen, Musik, usw. Wir kaufen uns einen „Chili Hot Dog half Smoke“ (5,95 US$) und „Chili Cheese Fries“ (ebenfalls 5,95 US$), hat richtig gut geschmeckt.

Insgesamt sind wir 28 km durch Washington D.C. geradelt.

Washington D.C., Sonntag, 11.09.2016

Wetter: Sonne + Wolken, es hat etwas abgekühlt, ca. 25 Grad

Ein geschichtsträchtiger Tag, eher zufällig fahren wir heute am 15. Jahrestag zum Pentagon. Wir müssen etwas warten bis wir zum 9/11 Memorial dürfen, es ist noch eine offizielle Veranstaltung. Alles sehr ansprechend und respektvoll gestaltet.

Am Gebäude kann man noch etwas erkennen wo das Flugzeug in das Pentagon gerast ist, dort ist der verwendete Stein noch etwas heller.

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Wir fahren weiter nach Alexandria, viele Läden und Pubs in alten Backsteinhäusern, nett anzusehen aber auch sehr touristisch.

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Nach unserem Rundgang durch Old Town Alexandria machen wir uns auf den Weg in den Shenandoah NP, wir fahren noch bis Front Royal und übernachten dort.

Front Royal, Montag, 12.09.2016

Wetter: 25 Grad, Sonne, aber es wird nachts deutlich kühler

Wir fahren in den Shenandoah NP, wie immer zuerst zum Visitor Center. Wir nehmen uns für heute zwei kleinere Wanderungen vor. Zuerst erklimmen wir den Stony Man Summit, tolle Aussicht über den NP.

Danach wandern wir noch zum Hawksbill Mountain, ebenfalls tolle Aussicht. Hier versuchen wir ein paar Falken zu fotographieren, das wird aber nicht wirklich was.

Wir übernachten auf einem Campingplatz im NP, heute wird das erste Mal unser Reisegrill ausprobiert …

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Kosten:
Shenandoah Nationalpark Campground              US $ 15,--

Louis Mountain, Shenandoah NP, 13.09.2016

Wetter: gefühlter Kälteeinbruch, nachts 18 Grad, tagsüber 20-25 Grad, der NP liegt 1500m hoch

Unsere erste größere Wanderung steht heute an, der Rose River Loop Trail. Wir machen uns mit Balu auf den Weg, wir müssen erst etwa 10 km fahren bis wir am Startpunkt unserer Wanderung sind. Und der Tag geht heute richtig gut los, vor uns überquert eine Bärin mit ihren zwei Jungen die Straße. Die waren so schnell das es für Fotos keine Zeit mehr gab.

Die Wanderung geht erst mal steil bergab bis zu einem Wasserfall – leider aufgrund von zu wenig Regen war da nicht mehr viel zu sehen.

Auf halber Strecke lässt sich eine Schlange sehr fotogen auf einem Baumstamm sonnen, was meine Körpertemperatur rapide abfallen lässt.

Ansonsten eine sehr schöne Wanderung durch viel Laubwald der wahrscheinlich im Herbst besonders schön ist, insgesamt sind wir ca. 3 Stunden gewandert.

Übernachtung in Richmond bei Lowe’s – was sonst!

Richmond, Mittwoch, 14.09.2016

Wetter: Sonne und ein paar Wolken, über 30 Grad, morgen soll es kühler werden

Wir lassen es heute gemütlich angehen, wir sind gegen 14 Uhr in Historic Jamestown, hier befindet sich die erste dauerhafte Siedlung (1607) durch die Engländer. Sozusagen ist Jamestown die Geburtsstätte der heutigen USA. Von der Siedlung selbst ist nicht mehr viel zu sehen, ein paar Grundrisse von Gebäuden und eine nachgebaute Kirche – aber wir hatten eine wirklich tolle Führung über das Gelände. Jerome, so hieß der Guide vom Nationalpark Service hat alles so lebhaft und mit so viel Enthusiasmus erzählt.

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Die Engländer hier, die Indianer dort und Pocahontas mittendrin – toll. Geschichte kann auch richtig spannend sein.

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Kosten: 
Jamestown             US $ 5,--/Person

Newport, Donnerstag, 15.09.2016

Wetter: es ist bewölkt, zum ersten mal keine Sonne, 25 Grad

Unser heutiges Ziel ist der Assateague Nationalpark, dabei müssen wir über die längste Brücken-/Tunnelkonstruktion der Welt. Diese ist insgesamt 37 km lang, meistens als Brücke, nur zweimal geht’s durch den Tunnel. (19 US$ einfach)

Nachmittags fahren wir nur kurz in Nationalpark nur um mal zu sehen wo was ist. Wir suchen uns außerhalb des Nationalparks einen Übernachtungsplatz, gehen noch kurz einkaufen denn wir wollen morgen wieder unseren Campinggrill nutzen.

Kosten: 
Maut Chesapeake Bay Bridge Tunnel           US $ 19,--

New Berlin, Freitag, 16.09.2016

Wetter: die Sonne scheint, 25 Grad

Wir fahren mit Balu in den Nationalpark und suchen uns nicht irgendeinen Parkplatz – nein, natürlich mit Strand und Grillplatz, da haben uns die Ami’s was voraus. Mit den Fahrrädern erkunden wir den Park, hier gibt es wilde Ponys und die lassen nicht lange auf sich warten.

Der NP ist für amerikanische Verhältnisse recht klein, es gibt hier aber unzählig viele Tiere. Jede Menge Wasservögel, Krabben, Spechte, Rehe und sogar eine Horseshoecrab und eine Eule bekommen wir zu sehen.

Zwischendurch legen wir unsere Grillpause ein und genießen den endlosen weißen Sandstrand. Balu bekommt unterdessen Besuch…

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Die Möwe hat richtig eingeparkt…

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New Berlin, Samstag, 17.09.2016

Wetter: Sonne, 25 Grad – passt

Heute sollte eigentlich unser „nichts tun Tag“ sein, wir hatten uns nichts vorgenommen, außer aufräumen, putzen, Fahrräder Tretlager reparieren, Aufkleber an Balu ranmachen, Scheiben putzen, Spur der Vorderräder vermessen, usw. – so wie es sich für einen „nix tun Tage“ gehört…

Zwischenzeitlich bekommen wir Besuch, Balu wird wieder mal bestaunt und dabei erfahren wir warum hier gerade so viele Motorräder vorbei fahren und uns nachts mit ihrer extremen Lautstärke etwas „stören“. In Ocean City ist „Bike Week“, es werden 50.000 Biker !!! erwartet, wir haben zwar nicht alle gesehen – aber gehört. Stilecht zum Bikerfest fahren wir – natürlich mit unseren Fahrrädern – nach Ocean City.

Ocean City selbst ist eine Hotelstadt mit Restaurants und Souvenierläden für allen möglichen Krimskram für Touris, und für Sonnenanbeter mit tollem Strand direkt vor der Hoteltür.

Harley’s soweit das Auge reicht und keine gleicht der anderen, da sind regelrechte Kunstwerke dabei.

Süße Mitfahrer gab es auch…

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Und wir wissen jetzt, warum hier viele Motorräder so laut sind…

dsc02712-ausschnitt          „Ein lauter Auspuff rettet Leben“

Stimmt, die hier auch häufiger als bei uns zu sehenden Hybrid-Auto´s, hört man ja nicht!

New Berlin, Sonntag, 18.09.2016

Wetter: Sonne und ein paar Wolken, 27 Grad

Heute wird nichts gemacht – ok, Blog schreiben macht auch Arbeit.

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Unsere Route (1343 km) – einfach anklicken.

 

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