von Klaus:

US 20, Grenze Pennsylvania-New York State, 09.07.2016

Wir überqueren mal wieder eine Grenze, Pennsylvania lassen wir hinter uns und kommen in den Bundesstaat New York. Zunächst steuern wir in Irving ein Indianerreservat an, Balu hat Durst. Bei einem Preisunterschied von 0,08 €/Ltr. und 700 Liter Tankinhalt springt da locker ein schönes Abendessen raus.

Um 19 Uhr erreichen wir die Niagara Fälle, auf dem Parkplatz stehen bereits mehrere Camper. Es gibt keinen Ticketautomaten und im Häuschen sitzt auch niemand mehr. Als wir einen anderen Camper fragen, ob übernachten hier erlaubt ist, zuckt er nur die Schultern, aber da er abfährt schenkt er uns sein Parkticket. Auch andere Camper wissen nicht mehr, bleiben aber ebenfalls über Nacht. Ok, dann versuchen wir ebenfalls unser Glück. Im Laufe des Abends flüchten wir aber mit Balu in eine Ecke des Parkplatzes in dem sonst keine anderen Camper stehen – die Klimaanlagen sind nicht nur bei den LKW´s laut…

Niagara Falls, 10.07.2016

Wetter: Sonne, 25°C

… i werd narrisch! (Für Ausländer: Ich werde verrückt!) Es ist 3 Uhr morgens, es klopft mal wieder an der Tür – Polizei, wir befinden uns in einem State Park und dürfen hier nicht übernachten. Auch unser netter Hinweis, das hier kein Schild mit „No Overnight Parking“ steht, bringt uns nix. Schade, es war ein schöner Platz – inkl. dem Rauschen der Niagara Fälle. Wir fahren auf den geschotterten Parkplatz des Spielcasino Seneca Resort – warum haben wir den Platz nicht gleich gesehen? Wahrscheinlich hat ihn Johanna gesehen, weiß aber um meine „Spielsucht“ und hat mich daran vorbei gelotst. Hier dürfen wir jedenfalls bleiben solange wie wir wollen.

Heute fahren wir zum ersten Mal mit unseren Fahrräder, das Wetter passt ja. Wir radeln zum Visitor Center, besorgen uns eine Übersichtskarte der Niagara Fälle und beginnen unsere Tour an den Fällen der amerikanischen Seite. Die Wege führen ganz nah an die Wasserfälle heran, wir werden von der Gischt ein paar mal richtig nass.

Dann geht’s auf die kanadische Seite, wir dürfen das Rad auf dem Gehweg nicht mitnehmen, wir müssten damit die Straße benutzen, aber das wollen wir nicht. Wie sich später herausgestellt hat war es gut so, auf der kanadischen Seite waren Menschenmassen unterwegs – unvorstellbar. Hier ist es wie in einem großen Vergnügungspark, krasses Gegenteil zur US-Seite.

Von hier hat man einen schönen Blick auf die gesamten Wasserfälle, toller Anblick!

Abends werden diese noch farbig angestrahlt, bisschen kitschig – Geschmacksache. Um 22 Uhr gibt es dann noch ein schönes Feuerwerk und wir machen uns wieder auf den Weg zurück.

Der Grenzübertritt USA / Kanada und wieder zurück verlief völlig unproblematisch.

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Unser Spaziergang durch Niagara Falls USA und Niagara Falls Kanada.

Niagara Falls, 11.07.2016

Wetter: 25 Grad, Sonne

Wir schlafen erst mal länger, es war schon nach Mitternacht als wir wieder bei Balu waren. Am Lake Ontario entlang fahren wir Richtung Vermont. Ich fahre gemütlich mit 70km/h über den holprigen Highway, wir werden von der State Police überholt – erstmal nichts ungewöhnliches. Er bleibt stehen, wir holen ihn wieder ein und fahren vorbei, er fährt auch weiter, aber diesmal bleibt er hinter uns. Auf der Landstraße, geschätzte 15 min später, macht er seine „Lichtorgel“ an und fordert uns zum Halten auf. Er möchte unsere Papiere sehen, alles kein Problem, ich frage mich nur warum er deshalb 15 min hinter uns herfährt? Er nimmt unsere Papiere mit zu seinem Fahrzeug, es kommt uns wie eine Ewigkeit vor bis er wieder zurück ist, auch wenn wir nichts angestellt haben, ein mulmiges Gefühl ist es trotzdem. Aber alles ist ok, wir können weiterfahren. Jetzt bin ich natürlich neugierig und frage warum er uns denn angehalten hat? Antwort: Weil wir so langsam gefahren sind und Balu etwas ungewöhnlich aussieht. Er wünscht uns noch gute Weiterfahrt.

Walmart-Stop, wir füllen unsere Vorräte wieder auf. Als wir wieder zu Balu zurück kommen, steht einer vor Balu. Wir unterhalten uns, kommen von diesem auf jenes und daß wir Trinkwasser brauchen, ca. 400 Liter. Er kurzentschlossen, wir sollen hinter ihm herfahren, wir können bei ihm zu Hause Wasser auffüllen. Dieses Angebot nehmen wir doch gerne an und machen unsere Tanks voll.

Weedsport, 12.07.2016

Wetter: Sonne pur, 30 Grad

Wir haben eine ruhige Nacht, Days Inn, Truckerparkplatz für die ohne Schlafkabine, daher kein Lärm von den Klimaanlagen …

Wir backen wieder unser eigenes Brot, dann fahren wir in den Adirondack Mountains. Hier ist alles sehr touristisch, wir machen eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt, alles sehr schön aber wir wollen es ein bißchen abenteuerlicher.

Als wir wieder bei Balu sind, bekommen wir unser Abenteuer. Aus einem Loch im Unterboden unserer Kabine ( hier soll eigentlich im Notfall Gas entweichen können) tropft Wasser, scheiße – ich weiß das sagt man nicht, aber in diesem Fall kann ich es mir nicht verkneifen.

Es ist Gott sei Dank nur halb so schlimm. Wie sich herausstellt, ist keine Leitung undicht oder so was, ich habe bei unserer ersten Betankung der Wassertanks bei „B&B Marygold“ die Verschlüsse nicht richtig zugemacht. Alles ist gut …

Heute haben wir die ersten 10.000 km unserer Weltreise absolviert!

Long Lake (Adirondack Mountains), 13.07.2016

Wetter: Sonne pur, über 30 Grad.

Durch die Adirondack’s geht es Richtung Vermont.

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Unsere Route in New York (818 km) – einfach anklicken

In Vermont ist es „ursprünglich“. Amerika aus dem Bilderbuch, kleine Dörfer, weiße Häuser, US Fahnen an jedem Haus,…

Und was sofort auffällt, hier sind die riesigen Werbeplakate und Masten, die ansonsten überall im Land rumstehen, verboten.

Unser erstes Ziel ist Waterbury. Hier ist Ben & Jerry’s zu Hause. Wir machen eine kleine Werksführung, mit anschließender kostenloser Eisprobe, na das lassen wir uns doch schmecken. Das Wetter ist auf jeden Fall genau richtig für Eis…

Unterwegs kommen wir am „Local Folk Smokehouse“ vorbei. Davor ein Schild mit der Aufschrift:  1$ Ribs Tonight. Was bedeutet das? Bremsen, umkehren, reingehen. Rippchen vom Smoker …

Die Rippchen waren klasse, nur das Bier war zu warm und das in den USA, hier ist mir schon mal das Bier im Glas eingefroren. Beim Essen hatten wir Gesellschaft von schwarzen Enten.

Waitsfield, 14.07.2016

Wetter: Bewölkt, drückende Schwüle, über 30 Grad

Heute ist Fahrtag nach Bosten. Wir fahren auf der „100“ durch die Provinz Richtung Süden. Viele Berge, Wiesen, Landwirtschaft, Natur, ländliche Idylle eben.

Auf unserer Strecke liegt Queeche Gorge, ein Fluß hat hier in den Fels gegraben und eine Schlucht entstehen lassen, muß man nicht gesehen haben.

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Unsere Route in Vermont und New Hampshire (451 km) – einfach anklicken

Kosten: 
Ben & Jerry´s	US$ 6,00
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