von Johanna:

Grenze Windsor-Detroit, Samstag 25.06.2016

Wetter: Sonne, ca. 28°C

Vor dem Grenzübertritt in die USA hatten wir zwar keinen Bammel, aber wir waren etwas nervös.

Zur Erklärung: Auf unserem Flug nach Halifax/Kanada am 29.04. hatten wir eine Zwischenlandung in Philadelphia/USA. Solche Flüge hatten wir auch schon früher, da gab es einen Transitbereich und wir mussten erst am Zielflughafen durch den Zoll. Pustekuchen, diesmal mussten wir bereits in Philadelphia durch den Zoll und bekamen das US-Touristenvisum für 90 Tage mit Ausreise spätestens am 28.07.2016 – unser Rückflug ist aber erst am 29.07.2016, da wir ja Mitte Juni den Grenzübertritt in die USA geplant hatten!!! In Halifax waren wir bereits bei der US-Botschaft, aber diese konnte uns nicht weiterhelfen und hat uns eine Telefonnummer des US-Zolls in Halifax gegeben. Beim Anruf dort erhielten wir die Aussage, daß ein Tag kein Problem sei. Aber ohne etwas schriftliches in Händen, war uns das nicht geheuer und wir wollten das beim Grenzübertritt in die USA nochmals klären.

Nach Überquerung der Brücke zwischen Windsor und Detroit wartet also der Zoll auf uns. Wir reihen uns in die kurze Schlange ein, nur drei Fahrzeuge vor uns. Dann sind wir dran. Klaus reicht unsere Pässe an die Dame vom Zoll weiter. Sie stellt ein paar Fragen zum Inhalt unseres Fahrzeugs, da kein Fleisch, Obst, Gemüse, Waffen,… eingeführt werden dürfen. OK, wir sollen an die Seite fahren und Ihr Kollege kümmert sich um uns. Klaus fragt sie noch, ob es möglich ist, das Visum einen Tag verlängert zu bekommen, sie notiert das. Ihr Kollege zeigt uns wo wir unser Fahrzeug abstellen sollen, wir sollen das Fahrzeug öffnen, Papiere und Geldbeutel mitnehmen, aber Handy´s im Fahrzeug lassen. Er schickt uns in ein Gebäude. Dort werden wir bereits am Eingang von einem Grenzbeamten in Empfang genommen. Mit unseren Pässen geht er kurz zum Tresen, dann gibt er uns die Ausweise zurück und wir sollen uns in den Warteraum setzen, der ist schon fast voll. Nach ca. 15 min werden wir aufgerufen, der Zollbeamte stellt ein paar Fragen – was wir in den USA wollen, wie lange wir bleiben,… Wir sagen ihm, daß wir unseren Rückflug am 29.7. haben, da wir nicht erwartet hatten bei der Zwischenladung bereits durch den Zoll zu müssen. Wir sollen uns wieder hinsetzen. 10 min später muß Klaus die Fingerabdrücke einer Hand abgegeben, sonst nichts, dann komme ich an die Reihe, ich muss die Fingerabdrücke beider Hände abgeben und dann will er noch wissen was ich beruflich mache – sollte mir das zu denken geben??? Wieder warten, dann werden wir nochmal aufgerufen und nach einer Adresse in den USA gefragt – Mist das haben wir vergessen – aber der Zollbeamte ist hilfsbereit und fragt ob wir die Adresse eines Campingplatzes wissen, ok kein Problem, wir wollen in den Sleeping Bear Dunes Nationalpark und da gibt es einen Campingplatz – uff! Er fragt dann noch, wo wir noch hinwollen und gibt uns noch ein paar Tipps. Und dann stempelt er ein neues Visum in unsere Pässe, wir könnten jetzt bis 22.09.2016 bleiben!!!! So sparen wir uns die Kosten für´s Umbuchen unserer Tickets! Ob unser Fahrzeug durchsucht wurde, wissen wir nicht, es hat aber nicht so ausgesehen.

Das Prozedere mit Wartezeit hat insgesamt eine Stunde gedauert und wir waren erleichtert als wir es hinter uns hatten. Wir werden die Grenzübertritte in die USA auf das Minimum reduzieren.

Da in den USA der Diesel günstiger ist, tanken wir erst mal – 562 Ltr. = 264 € à € 0,47/Ltr.

Und da wir die Lebensmittel wegen des Grenzübertrittes reduziert haben, gehen wir auch noch einkaufen. Zufällig kommen wir an einem Aldi vorbei, wir wenden und gehen neugierig rein.

Gleich bei den Einkaufswägen fällt uns auf, hier wurde das deutsche System übernommen – man braucht ein 25ct Stück für den Einkaufswagen. In den anderen Supermärkten gibt es Personal das die über den gesamten Parkplatz verteilten Einkaufswägen wieder einsammelt. Die Anordnung der Lebensmittel, die Kartons in den Regalen und der Boden… fast wie bei uns. Schokolade ist sogar die selbe. Für die Milchprodukte gibt es aber einen riesigen Kühlraum, den man durch Glastüren sogar betreten könnte. Dort ist die Milch, etc. in Rollwägen gepackt und es stehen mehrere dieser Rollwägen auch noch hintereinander. Milch, Joghurt, Käse und Wurst sind viel günstiger als in Kanada. Aber Brot ist genauso weich wie sonst auch in den USA und Kanada.

Dann suchen wir uns noch einen Stellplatz für die nächsten Tage und machen Feierabend.

Nicht ganz, die Walmart-Security lässt uns nur bis nur Schließung auf dem Parkplatz und sagt uns auf der anderen Seite wäre der Parkplatz für die Camper.

Aber der Kerl wollte uns wohl bloß loswerden, denn auf der anderen Seite waren nur Firmen und deren Parkplätze waren gesperrt.

Etwas weiter bei Target haben wir dann aber einen Platz gefunden und der Betriebsleiter hat uns erlaubt über Nacht zu bleiben.

Detroit, Sonntag 26.06.2016

Wetter: bewölkt, fast unerträglich schwül, ca. 34°C

Heute wollen wir uns mit Kartenmaterial vom amerikanischen Automobilclub AAA versorgen.

Als wir bei AAA ankommen ist leider geschlossen und ein Zettel ist angebracht, daß am 4.7. geschlossen ist. OK, aber es ist doch noch nicht der 4.7.!!! Wir sind ratlos. Aber zumindest einen Stellplatz für die nächsten Tage haben wir dort gefunden. Heute steht nur noch Hausarbeit und Blog schreiben auf dem Programm.

Und als wir so im Internet surfen, sticht uns das Datum ins Auge… wir sind doch gestern, am Sonntag, über die Grenze gefahren, also ist doch heute Montag… oder doch nicht… nö, gestern war Samstag, also kein Wunder daß AAA nicht geöffnet war, HEUTE ist Sonntag!!! Kaum hat man ein paar Wochen keinen Kalender mehr vor der Nase, verliert man schnell sein Zeitgefühl.

Dann versuchen wir morgen nochmal unser Glück beim AAA.

Detroit, Montag 27.06.2016

Wetter: sonnig, ca. 32°C

AAA hat geöffnet, hurra. Mit einem riesen Stapel verlassen wir die Filiale. Übrigens haben wir uns auch schon in Halifax beim kanadischen Automobilclub CAA mit Katen, etc. versorgt. Als ADAC-Mitglied erhält man Karten, Stadtpläne, Campingplatzführer und Toorbooks kostenlos.

Im Henry-Ford-Museum sind mehrere Präsidentenautos ausgestellt, auch das von JFK in dem er erschossen wurde. Das Cabrio wurde nach dem Attentat zu einer Limousine umgebaut, damit der Secret Service die nachfolgenden Präsidenten besser beschützen konnte.

Und andere Präsidentenfahrzeuge

Ein älterer Kollege von Balu ist auch ausgestellt – ein Westfalia-Bully-Camper. Und auch andere amerikanischer Herkunft.

Viele schöne Oldtimer, Hot-Rod, 500 Meilen Autos, …

Aber auch Kutschen, Eisenbahn, Landmaschinen, Dampfmaschinen, Möbel der unterschiedlichen Zeiten und noch mehr.

Normalerweise haben wir mit Museen nichts am Hut, aber da uns das Deutsche Museum in München gefällt, dachten wir, das könnte auch was für uns sein – und es hat uns sehr gut gefallen.

Detroit, Dienstag 28.06.2016

Wetter: bewölkt, angenehm kühl

Morgens gehen wir zur Bushaltestelle und warten auf den Bus. Gestern hatten wir schon eine Gänsefamilie watscheln sehen, alle Autos nehmen Rücksicht, wenn Mama, Papa und die zwei Kids die Straße zum anderen Regenrückhaltebecken überqueren.

Wir steigen in den Bus ein, sagen dem Busfahrer wo wir hinwollen. Dieser merkt natürlich sofort das wir nicht von hier sind und fragt wo wir denn herkommen. Er fängt zu grinsen an und nickt, aber als ich ihm das Geld geben will, schüttelt er den Kopf. Ich schaue Klaus ratlos an, da sagt der Busfahrer „Welcome to Detroit“ und lädt uns zu der Busfahrt ein, da wir nicht von hier wären und er es toll findet das endlich wieder Touristen in die Stadt kommen.

Wir wussten zwar, daß wir umsteigen mussten, aber sicherheitshalber fragen wir immer den Busfahrer. Diesmal zu unserem Glück, da der Bus, den wir ausgesucht hatten, nur frühmorgens und abends fährt. Im Bus war noch eine ältere Dame, die uns mit den nötigen Busnummern und Haltestellen versorgte und da sie den gleichen Weg hatte, hat sie uns „an die Hand genommen“. An der Haltestelle zum Umsteigen haben andere Fahrgäste mitbekommen, daß wir Hilfe brauchen und um uns war schnell eine Diskussion in Gang, wie wir am besten in die Downtown und zurück kommen würden. Als man sich geeinigt hatte, blieb es bei der Empfehlung der älteren Dame. Dann kam es zur Diskussion über die bevorstehenden Wahlen, der eine war Republikaner, der andere Demokrat und ein Dritter Demokrat, der aber nicht mehr wählen würde, damit sie sähen, daß er mit deren Politik nicht einverstanden ist.

Detroit ist mit der Automobilbranche groß geworden. Aber das Ende des Autobooms in den 60er Jahren, den Ölkrisen 1974 und 1981 und der japanischen Konkurrenz, die seit den Ölkrisen vermehrt importierte, hat Detroit sehr zu schaffen gemacht. Waren es 1917 noch über 1 Mio. Arbeitsplätze, 1968 zwar noch 900.000, aber 1994 weniger als 300.000. Die Mittel- und Oberschicht zog Anfang der 60er Jahre in die Vororte und Detroit verlor viele Steuereinnahmen. Über 20 Jahre war die Stadtkasse so leer, daß die Straßen nicht mal geflickt werden konnten. Anfang der 90er Jahren waren die Straßen in so schlimmem Zustand, daß sie fast alle Straßen komplett neu grundieren und asphaltieren mussten.

Uns hat Detroit gut gefallen, es stehen zwar immer noch Gebäude in der Downtown leer, aber in vielen sind schon wieder Geschäfte und andere werden gerade renoviert. Vor allem die Bevölkerung war toll. Wir haben uns genauso sicher gefühlt wie in den kanadischen Städten.

Auf dem Rückweg haben wir an der Umsteigehaltestelle unseren Anschlußbus verpaßt. Der Bus mit dem wir ankamen war noch da, daher haben wir den Busfahrer gefragt. Er ließ uns wieder einsteigen, da er bis zur nächsten Haltestelle noch die gleiche Route wir unser Bus hatte, aber weniger Haltestellen – er versuche den Bus für uns einzuholen!!! Und tatsächlich haben wir den Bus erwischt! Und auch hier haben uns die Mitreisenden unterstützt und nach unserem Bus Ausschau gehalten.

In Detroit gibt es den „People Mover“ eine Hochbahn, für 0,75 US $ kann man auch eine „Runde“ drehen (gepunktete Linie), die haben wir als Abschluss auch einmal benutzt.

Unsere Route (29 km):

DSC09316

Kosten:
Henry Ford Museum	US$ 44,00

 

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