Ontario – Teil 2

von Johanna:

TCH 400, Exit 156 (Nähe Honey Harbor), Sonntag 19.06.2016

Wetter: Sonne pur, mind. 30°C

Heute ist mal wieder Organisations-, Putz-, Reparatur- und alles mögliche Tag. Klaus führt den wöchentlichen Wasserfilterwechsel durch, befestigt unsere Standheizung wieder richtig (Sikaflex hat nicht gut an den Gummipuffern gehalten) und schmiert alles mögliche im Motor. Ich habe geputzt, Brot gebacken und ein paar Lackschäden ausgebessert. Die Planung für die nächsten Tage haben wir gemeinsam gemacht. Abends als Balu im Schatten stand haben wir noch im Fahrerhaus an den Seitenscheiben UV-Schutzfolie angebracht – mal sehen ob die etwas bringt. Plötzlich läuft ein Reh an uns vorbei. Es schaut uns an und wir beobachten es – es lässt sich nicht stören. Ich pfeife als es auf die Straße laufen will, da kehrt es um und äst hinter Balu in Ruhe weiter. Irgendwann ist es aber doch verschwunden. Nachts sehen wir jede Menge Leuchtkäfer.

TCH 400, Exit 156 (Nähe Honey Harbor), Montag 20.06.2016

Wetter: Sonne und Wolken, aber immer noch sehr warm

Wir wollen in den Bruce Peninsula Nationalpark am Lake Huron. Unterwegs sehen wir eine Laundry. Wir haben zwar unsere kleine Waschmaschine an Bord, aber bei einer größeren Menge Wäsche gehen wir in einen Waschsalon. Ist auch bequemer, denn da gibt es auch Trockner und wir können die Wäsche direkt in die Schränke räumen.

In Wasaga Beach sollen die Reichen und Schönen Ihrer Ferienhäuser haben – wir haben den Strand gefunden, aber so schön fanden wir den nicht. Häuser waren da schon ein paar schöne dabei.

In Wiarton, ca. 80 km vor dem Nationalpark, finden wir einen Parkplatz eines nicht mehr genutzen Supermarktes mit wlan-Empfang.

Wiarton, Dienstag 21.06.2016

Wetter: Sonne, ein paar Wolken, angenehme Temperatur

Ca. 1 Stunde Fahrt und wir sind im Visitor Center des Bruce Peninsula Nationalparks. Die Nationalparks sind auf die Touristen eingestellt und haben Kartenmaterial über mögliche Wanderwege parat. Man bekommt erklärt was man auf den Wanderungen sehen könnte und was man beachten muss. Ein kurzer Film zeigt die verschiedenen Möglichkeiten auch noch einmal.

Unsere erste Wanderung „Burnt Point Loop“ verläuft durch den Wald bis zum Lake Huron (Georgian Bay). Das Wasser ist glasklar, aber eisig kalt. Die Markierungen waren etwas schlecht, aber wir haben doch immer wieder den richtigen Weg gefunden.

Auf den großen Seen wurden früher viele Waren auf Schiffen transportiert. Es gibt auch Schiffswracks in den Seen, gesunken durch Stürme oder weil sie auf Grund gelaufen sind. Im Lake Huron wurden bis jetzt mehr als 1000 gefunden. In Tobermory liegt ein Schiffswrack nur 6 Meter unter der Wasseroberfläche, aber leider kann man es von Land aus nicht sehen, da das ganze Gelände rundrum privaten Häuslebauern gehört. Aber den Leuchtturm konnten wir fotografieren.

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Die zweite Wanderung „Singing Sands“ sollte zu vielen blühenden Blumen gehen und zu einem Sandstrand mit singendem Sand, aber der Wanderweg war gar nicht ausgeschildert. Natürlich haben wir den falschen Weg erwischt und kein Blumenmeer gefunden, nur ein paar vereinzelte Orchideen und Lilien. Aber auch beim richtigen Weg haben wir nichts anderes gefunden und auch der Sand hat nicht für uns gesungen – zumindest haben wir es nicht gehört.

Der dritte Weg „Georgian Bay Trail“ war nur ein Spaziergang zu einer Grotte. Die Grotte, naja, aber die Bucht war sehr schön. Unsere Füsse haben wir dann ins Wasser gehalten, eine Kneippkur ist nichts dagegen – das Wasser war eisig kalt und lange haben es meine Füße nicht ausgehalten, aber sie waren herrlich erfrischt, nachdem sie wieder aufgetaut waren. Andere sind sogar komplett ins Wasser gesprungen – chapó!

Da es nicht allzu weit ist, fahren wir wieder auf unseren Übernachtungsplatz von gestern.

Wiarton, Mittwoch 22.06.2016

Wetter: sonnig, angenehm warm

Heute fahren wir nach Toronto, nicht viel los. Aber so viel Verkehr sind wir gar nicht mehr gewohnt. Toronto ist die größte Stadt Kanadas – hier gibt es Highways mit 18 Spuren, 9 in jede Richtung.

Toronto, Donnerstag 23.06.2016

Wetter: Sonne, angenehme Temperatur zur Stadtbesichtigung

Zuerst geht´s mit dem Bus (3 mal umsteigen) in die Altstadt – eine 1,5 Std. dauernde kostengünstige Stadtrundfahrt.

Zuerst begeben wir uns auf den CN Tower. Zum Schnäppchenpreis von 68 CA$ (ca. 47 €) geht es in 58 sec. in einem gläsernen Aufzug außen am Turm entlang nach oben. Auch im Boden des Aufzugs sind zwei Fenster eingebaut – man sieht den Boden rasant kleiner werden. Oben gibt es eine schöne Rundumsicht in 346 m Höhe.

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Etwas tiefer, in nur noch 342 m Höhe, ist ein Teil des Fußbodens aus Glas.

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Das Glas soll 3,5 Orcas aushalten – ich frag mich wie sie die dazu überredet haben…und dazu noch einen halben!?!

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Für einen Aufpreis hätten wir nochmals 100 m höher fahren können, aber das haben wir uns dann doch gespart. Der CN Tower war von 1975 bis 2007 mit einer Höhe von 553 m das höchste freistehende Gebäude – dann wurde der Burj Khalifa mit 830 m gebaut.

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Chinatown, Kensington Market (mit Canna-Klinik, hat aus mancher Bar schon interessant gerochen), City Hall, Eaton Center und den Distillery District… und überall viele Restaurants, Bars und Kneipen. Aber dann wieder ruhige Wohnviertel. Uns tun am Ende des Tages ganz schön die Füße weh und wir sind froh als die Straßenbahn endlich kommt. Nach wieder 3 mal umsteigen und 1,5 Std. Stadtrundfahrt (aber diesmal teilweise durch eine andere Gegend) sind wir wieder bei Balu.

Toronto, Freitag 24.06.2016

Wetter: Sonne, fast schon wieder zu warm

Da Klaus sich verrechnet hat, müssen wir nochmal in Toronto tanken, damit wir es bis in die USA schaffen, den dort ist der Diesel um 0,13 €/Ltr. günstiger.

Auf dem Weg zur Grenze wollen wir uns Kitchener ansehen – wir finden die Altstadt nicht.

Ok, dann eben zum nächsten Punkt, eine „covered Bridge“ (ein Brücke mit Dach) – die finden wir aber auch nicht.

Naja aller guten Dinge sind drei, auf nach St. Jacobs. Hier sollen viele Mennoniten leben und ein Visitor Center, in dem man sich über Glaube und Leben der Mennoniten oder Amish aufklären lassen kann, soll es dort auch geben. Wir finden die Stadt und sogar die Beschilderung zum Visitor Center, aber….heute ist nicht unser Tag, es gibt eine Baustelle und keine ausgeschilderte Umleitung zum Visitor Center. Wir geben entnervt auf.

Und siehe da, auf dem Rückweg finden wir die Altstadt von Kitchener. Dort haben sich ursprünglich viele Deutsche niedergelassen. Was wir finden ist ein Maibaum – hier findet das zweitgrößte Oktoberfest der Welt statt. Wir sind zu früh dran, wir können das leider nicht überprüfen.

In London (nicht England), aber passend zum Brexit, suchen wir uns einen Stellplatz für die Nacht.

London, Samstag 25.02016

Wetter: Sonne, ca. 28°C

Heute haben wir nichts vor, außer an die Grenze zu fahren und dort in die USA einzureisen.

Macht sich unser Balu nicht gut in der Reihe?

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Unsere Route (1131 km) einfach anklicken

Kosten:
CN Tower	Can$ 67,24
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