Québec – Teil 2

von Johanna:

Trois Pistoles, Sonntag 05.06.2016

Da unsere Fähre erst um 13:20 Uhr ablegt, unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang zur Kirche, die ein ungewöhnliches Dach haben soll. Der Nebel schwebt gerade hoch genug, daß wir das Dach sehen.

Wir fahren vorsichtshalber schon um 12 Uhr zur Fähre, da wir keine Reservierung haben. Und wir haben Glück, Balu und wir passen noch mit auf die Fähre. Durch die Fährüberfahrt sparen wir uns 400 km Strecke, auf der nicht viel interessantes zu sehen gewesen wäre.

Nach 2 Stunden erreichen wir, zur Freude von Klaus (er ist ganz leicht grün im Gesicht), Les Escoumines. Zu meinem Leidwesen ohne Whalewatching, da der Nebel zu dicht ist. Stattdessen lernen wir einen Holländer kennen. Er ist mit einem gemieteten Wohnmobil in den Westen Kanada´s unterwegs. Er war Kameramann beim holländischen Fernsehen und hat schon in vielen Ländern gearbeitet. Letztes Jahr ist er von Holland in 2,5 Monaten in sein Ferienhaus in Südfrankreich gewandert. Und er war auch schon mit einem Wohnmobil quer durch Australien unterwegs.DSC08365

Bis Tadoussac fahren wir noch, aber heute ist Balu nicht mal warm geworden – er musste heute nur 55 km fahren. In Tadoussac gibt es am Ende einer sehr schlechten Straße Sanddünen. Hier finden wir einen superschönen Stellplatz mit Blick auf das Meer im Nebel. Den Platz haben wir für uns allein.

Tadoussac, Montag 06.06.2016

Klaus hat heute Abschmiertag und ich Putztag. Aber mittags sind wir fertig und mittlerweile scheint auch die Sonne. Wir fahren zum TI, da gibt es wlan und wir können zumindest eine eMail nach Hause schicken. Eine Französin nutzt ebenfalls die Gelegenheit und erzählt uns ein bißchen von Ihrer Reise. Sie ist fast am Ende ihrer Reise und auf dem Weg nach Halifax, von dort verschifft sie Ihren kleinen Camper nach Hause. Begonnen hat sie vor 4 Jahren in Südamerika und hat sich nach Norden vorgearbeitet.

Wir gehen vom TI zum Hafen, dort gibt es einen kurzen Wanderweg der auf eine Landspitze hinausgeht mit Blick auf den St. Lorenz und den Sagueney-Fjord. Von dort soll man von Land Wale sehen können. Da es Klaus schon beim Anblick der Schlauchboote, die sie hier zum Whalewatching einsetzen, schlecht wird, ist das unsere einzige Alternative. Ok, ich finde diese kleinen Boote auch nicht gerade super.

Es ist zwar nur eine kleine Wanderung, aber trotzdem sehr abwechslungsreich. Wir setzen uns mit Blick auf beide Flüsse und genießen das schöne Wetter.

Klaus entdeckt einen Minkwal, aber ich bin zu langsam und kriege ihn nicht aufs Bild. Aber hier war er in etwa:

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Und dann entdeckt er auch noch einen Beluga!

Der Beluga kommt braun auf die Welt, dann wird er grau und dann erst schneeweiß.

Übernachtung diesmal eine Sanddüne weiter, natürlich wieder mit Meerblick. Und ganz weit im Sankt Lorenz Strom haben wir einen größeren Wal gesehen, ok nur seinen Blas.

Diesmal haben wir den Stellplatz nicht alleine, es sind noch zwei Franzosen mit Ihren Campern da.

Tadoussac, Dienstag 07.06.2016

Tja, heute gibt es keine Wale – wir haben mal wieder Nebel.

Klaus ist neugierig und will an den Franzosen vorbeifahren um sich deren Fahrzeuge anzusehen. Allerdings hat er nicht bedacht, daß der Sand nur auf den Fahrwegen fest ist. Balu wird langsamer, Klaus gibt Gas, Balu wird noch langsamer und hat sich eingegraben. Nun muss Klaus den Allrad einschalten, Rückwärtsgang rein und Balu gräbt sich wieder frei. Ich verdrehe nur die Augen…Männer! Und da heißt es Frauen wären neugierig.

Dann geht es auf die Fähre über den Sagueney-Fjord, sogar kostenlos.

In Saint Anne de Beaupre besichtigen wir eine kanadische Wallfahrtskirche, sozusagen das kanadische Lourdes. Wir wollen eine Kerze anzünden, aber dann sehen wir, daß angezündete Kerzen relativ schnell im Keller verschwinden – wir lassen es, Kommerz pur! Trotzdem eine schöne Kirche.

Wir kommen nach Québec-City und Klaus ist die Großstadt nicht mehr gewohnt – er übersieht ein weißes Auto, ich schreie und Klaus legt fast eine Vollbremsung hin. Zum Glück ist nichts passiert, in der Wohnkabine haben sich auch nur die Kissen einen anderen Platz gesucht.

Québec-City, Mittwoch 08.06.2016

Endlich wieder Sonnenschein, perfektes Wetter für eine Stadtbesichtigung. Die Altstadt ist zwar touritisch, aber trotzdem sehr schön.

unsere Sightseeing-Tour durch Quebéc-City:

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Québec-City, Donnerstag 09.06.2016

Heute ist vormittags „Organisationstag“ – Brot backen, einkaufen und Wäsche waschen. Da wir eine größere Menge haben, fahren wir in einen Waschsalon. Und dann noch 50 Liter Diesel tanken, sonst schaffen wir es nicht bis zur günstigen Tankstelle im Mohawk Indianer Reservat nach Kahnawake.

Abends erreichen wir Montréal und sind auf der Suche nach einem Stellplatz. In Kanada waren die Straßen bis jetzt schon nicht gut, aber die Straßen von Montréal toppen alles. Unsere schlechtesten Strassen wären hier top!

An einer roten Ampel steht ein kleiner, grüner LKW. Der Fahrer winkt uns und deutet auf seine Beschriftung an der Tür – edelweis.com! Wir lachen und winken zurück. Ein Stück weiter hält er uns auf. Er ist Schweizer, heißt Parick und ist seit 23 Jahren in Montréal und hat mittlerweile seine eigene Gartenbaufirma. Wir unterhalten uns eine Weile und er ruft einen Freund an, der Filme macht. Er fragt uns, während er noch mit dem Freund telefoniert, ob wir schon zu Abend gegessen hätten – haben wir noch nicht. Er beendet das Gespräch und lädt uns zu diesem Freund zum Grillen ein. Also fahren wir hinter ihm her. Das Mehrfamilienhaus, in dem Chakib wohnt, ist über 100 Jahre alt und seine Erdgeschoßwohnung hat hinten einen kleinen Garten. Aber außer Küche und Garten sehen wir nicht viel von der Wohnung. Chakib ist Algerier und so kommen wir in den Genuss einer algerischen Suppe und Hähnchen. Patrick kümmert sich um das Steak und den Salat. Alles schmeckt sehr gut. Wir verbringen einen interessanten Abend mit den Beiden. Patrick verschwindet früher als wir, da er um 5 Uhr aufstehen muss. Von Chakib verabschieden wir uns nach Mitternacht.

Und jetzt müssen wir noch einen Stellplatz suchen. Der botanische Garten, den uns die Beiden empfohlen haben, wird nachts geschlossen. Also fahren wir über die schlechten Straßen zum Walmart – für ca. 5 km brauchen wir 1,5 Std.! Uff!

Montréal, Freitag 10.06.2016

Wir hatten zwar eine kurze Nacht, aber darauf nehmen die Walmart-Kunden keine Rücksicht. Wir fahren zum Mount Royal – hier hätten wir wesentlich ruhiger übernachtet, dafür die kommende Nacht. Wir stellen Balu auf dem Parkplatz dort ab und beginnen unsere Sightseeing-Tour mit einem Blick über Montréal.

Sogar Rom ist hier vertreten – zumindest eine kleinere Version des Petersdom.

Montréal ist quirlig, lebendig – überall Musik, Kneipen, Restaurant. Tolles Multi-Kulti-Gewirr. Aber die Altstadt von Québec-City war schöner.

unsere Sightseeing-Tour durch Montréal:

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Montréal, Samstag 11.06.2016

Der Besuch des botanischen Gartens fällt ins Wasser und da auch für den nächsten Tag kein besseres Wetter angekündigt ist, brechen wir nach Ottawa auf.

Aber zuerst suchen wir eine günstige Tanke in Kahnawake auf, das liegt im Mohawk Indianer Reservat und ist sozusagen autonomes Gebiet mit eigenen Steuern, Gesetzen usw., deshalb ist hier der Sprit erheblich günstiger. Danach verlassen wir Québec und kommen nach Ontario.

Unsere Route (727 km)

Kosten:
Fähre Trois Pistoles-Escoumins	Can$ 186,92
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