von Johanna:

Route 132, Mittwoch 01.06.2016

Wir beginnen mit unserer Erkundung der Gaspésie-Halbinsel.

Eigentlich ist zwischen den einzelnen kanadischen Staaten vereinbart, daß alles behördliche (z.B. Verkehrsinformationen, etc.) zweisprachig anzugeben ist – tja, das gilt aber anscheinend nicht für Québec, hier ist alles fast nur noch französisch. Die Québécois, zumindest hier auf der Gaspésie, sprechen auch teils überhaupt kein Englisch oder schlechter als wir. Zum Glück habe ich zu Hause auf unser Smartphone eine Übersetzungs-App hochgeladen und wir kommen im Verkehr damit gut zurecht.

Wir fahren direkt an der Küste entlang – tolle Landschaft. Es gibt auch viel Laubwald, aber damit auch viel Holzindustrie und dementsprechend ist auch viel abgeholzt. Aber an den schon vor längerer Zeit abgeholzten Flächen wächst der Wald anscheinend von selbst wieder nach.

Wir übernachten direkt am TI mit einem großen Parkplatz und super wlan-Verbindung. Und am nächsten Morgen können wir uns gleich mit Infomaterial versorgen.

New Richmond, Donnerstag 02.06.2016

Die Strecke bis Percé bietet nicht viel aufregendes, aber zuminest Balu bekommt endlich die dringend benötigte Wäsche.

In Percé halten wir an einem Picknickplatz mit Blick auf den „Felsen mit Loch“, offiziell ist es der Kalksteinfelsen „Rocher Percé“.

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Hier können wir auch Wasser auffüllen, das gibt es hier an den Picknickplätzen. Sehr bequem, da man nicht suchen und fragen muß.

Bei Ebbe könnte man vom Festland zum Felsen hinüber laufen, aber man muß schnell sein. Das ist uns dann doch zu gefährlich, nicht daß wir zurückschwimmen müssen. Wir schlendern lieber noch etwas durch den Ort, bevor wir nach Gaspé weiterfahren.

Gaspé, Freitag 03.06.2016

Gaspé ist eine größere Stadt, wir kaufen noch ein paar Vorräte ein und fahren weiter in den Forillon-Nationalpark zum Wandern. Unser Ziel ist das Cap Gaspé, von dem man auch Wale sehen könnte. Keine große Wanderung, nur 8 km, ein sehr schöner Rundwanderweg. Auf dem Hinweg nehmen wir die längere Strecke – diese geht zuerst an der Küste entlang, dann durch einen düsteren Wald.

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Auf den Wegen müssen wir aufpassen, um nicht in „Häufchen“ zu treten. Die Elch-Haufen kennen wir schon, aber es gibt auch andere in grün. Ich meine es sind die „Häufchen“ von Schwarzbären, da diese auch Grünzeug fressen, Klaus denkt es ist von einem anderen Tier.

Aber weder sehen wir einen Elch noch einen Bären auf dem Wanderweg.

Am Cap angelangt entdecken wir aber ein Stachelschwein.

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Mit den Walen haben wir kein Glück. Aber da der Himmel dunkler und der Wind ungemütlich wird, beschließen wir auf dem Fahrradweg zurückzugehen. Aber auch hier gibt es ein paar schöne Ausblicke.

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Am Ende des Fahrradweges entdecke ich dann dieses Schild…

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Hier wird davor gewarnt, daß Bären diesen Weg benutzen – die unbekannten „Häufchen“ waren dann wohl doch von einem Bären! Der Hinweis wäre aber auf dem Küsten-Wald-Wanderweg auch hilfreich gewesen.

Um an ein anderes Cap zu gelangen müssen wir mit Balu den kompletten Weg wieder aus dem Nationalpark rausfahren. Wir sind noch auf dieser Strecke, da sagt Klaus plötzlich, da vorne ist ein Bär oder eine Mülltonne. Ich schaue auch und denke im ersten Moment es bewegt sich, doch dann denke ich es ist vielleicht doch mehr Wunsch als Sein. Wir sind gespannt… und tatsächlich, als wir endlich dort sind, ist es wirklich ein Schwarzbär!

Wir bleiben mit Abstand stehen. Der Bär nascht am Straßenrand irgendetwas, aber als Klaus die Druckluftbremse einlegt, flüchtet er den Abhang rauf. Er bleibt nochmal stehen und sieht uns und seinen großen Kollegen Balu an, dann verschwindet er.

Wir warten etwas, in der Hoffnung, daß er vielleicht nochmal auftaucht. Und tatsächlich kommt er etwas weiter vor uns den Abhang runter und überquert die Straße.

Klaus entdeckt ihn dann nochmal in den Büschen.

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Plötzlich kommt ein Mietmobil und es steigen 6 Leute aus, sind laut und rennen überall rum, da lässt sich der Bär bestimmt nicht mehr blicken. Uns ist dazu dieser T-shirt-Aufdruck passend erschienen.

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Jedenfalls war es Zeit für uns zu verschwinden.

Unterwegs haben wir noch einen Biberbau entdeckt, den Bewohner haben wir aber leider nicht gesehen.

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Die Landschaft am Cap Bon Ami war wieder sehr rau, etwas neblig, aber das hat auch seinen Reiz.

Dann sehen wir heute noch am Cap des Rosiers den höchsten Leuchtturm Kanada´s – 1858 gebaut, 34 m hoch.

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Grande Vallee, Samstag 04.06.2016

Zur Abwechslung ist es nicht bloß etwas neblig, zwar ist die Sicht zum Autofahren vollkommen i.O., aber schöne Ausblicke bleiben verborgen.

Auf der Strecke in Cap Chat liegt Kanada´s größter Windpark – 133 Anlagen, 100 MW Leistung. Und es soll hier die weltweit größte vertikale Windkraftanlage geben – der Windpark ist noch geschlossen (wir sind immer noch zu früh dran) und außerdem könnten wir sie nicht sehen, der Nebel ist zu dicht.

Sieht ohne Nebel so aus:

Eole-Cap-Chat-1995-001-800x120_a68d2b1eaa[1] www.wind-works.org

Wir verlassen die Gaspésie – wenn man Zeit hat (wie wir) kann man die über 800 km Fahrt auf sich nehmen, denn das Ende der Halbinsel im Osten und die Küstenstraße im Norden sind wirklich sehr schön.

Wir fahren noch weiter bis Trois Pistoles, denn hier nehmen wir morgen die Fähre nach Tadoussac.

Unsere Route (853 km)

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