Nova Scotia – Teil 3

von Johanna:

Wolfville, Mittwoch 18.05.2016

Am Morgen machen wir einen kleinen Spaziergang durch das nette Städtchen Wolfville. Hier gibt es sogar einen öffentlichen Fahrradreparaturstand mit verschiedenen Werkzeugen und Luft.

Anschließend fahren wir nach Grand-Pré. Hier gibt es eine National Historic Site, die sich der im Jahr 1750 vertriebenen französischen Siedler, der Akadier, widmet – da wir aber für die Touri-Saison zu früh sind, hat sie noch geschlossen. Zumindest können wir durch den kleinen Park laufen.

Weiter sind wir dann nach Windsor, wo Kürbisse wachsen, die bis zu 600 kg wiegen. Die werden dann ausgehöhlt, mit 1-2 Mann bestückt, in den See gelassen und dann gibt es ein Kürbisbootrennen. Aber die Kürbisse müssen noch wachsen, wir sind schon wieder zu früh. Also weiter an der Küstenstraße entlang. Rauhe, schroffe Landschaften, schön.

In Burntcoat Head bleiben wir am Leuchtturm stehen. Es ist 18 Uhr, Ebbe-Tiefststand war um 17:47 Uhr und wir könnten noch bis 21 Uhr einen ungefährlichen Abendspaziergang am Meeresboden machen – das Meer hat sich ca. 300 m zurückgezogen.

Die Steilküste hängt zum Teil über und Bäume werden nur noch durch ein paar Ihrer Wurzeln vor dem Absturz bewahrt – vermutlich nicht mehr allzu lange.

Burntcoat Head, Donnerstag 19.05.2016

Wir haben dann hier übernachtet um die Flut abzuwarten. Da aber der Flut-Höchststand mitten in der Nacht um 23:52 Uhr war, haben wir nochmal einen Ebbe-Tiefststand um 06:14 Uhr abgewartet um dann um 12:17 Uhr den Flut-Höchststand zu bewundern. Bereits um 11:00 Uhr waren wir vor Ort und haben der Flut zugesehen. Man kann es kaum glauben, wie schnell die fehlenden Meter gefüllt wurden.

Hier der Vergleich von 19:30 Uhr gestern / 11:00 Uhr heute / 12:20 Uhr heute:

Den Rest des Tages haben wir mit der Fahrt nach Cape Breton verbracht.

Port Hawkesbury, Freitag 20.05.2016

Wir fahren direkt zum Nachbau der Fortress of Louisbourg. Die Festung ist nur teilweise geöffnet, naja eben noch keine Touri-Saison, aber dafür sind wir fast alleine unterwegs.

England und Frankreich führten im 17. und 18. Jahrhundert immer mal wieder Krieg. Nova Scotia war davon ebenfalls betroffen, da hier Engländer und Franzosen gesiedelt haben. Waren die beiden Nationen in Europa im Krieg, waren sie es auch hier.

Nachdem die Franzosen schon einiges an England verloren hatten, bauten sie zur Abschreckung die Fortress of Louisbourg.

Das funktionierte so gut, daß die Engländer diese Bedrohung abwenden wollten, die Festung angriffen und eroberten. In Friedensverhandlungen wurde die Festung wieder an die Franzosen zurückgegeben, dann war wieder Krieg und die Festung wurde wieder von den Engländern erobert. Die haben die Festung dann komplett zerstört damit sie nicht mehr in französische Hände fallen konnte.

Seit 1961 bauen die Kanadier die Festung wieder auf, damit die Region, nach dem Niedergang der Kohle- und Stahlindustrie, wieder Aufschwung erlebt. Ca. 50 Gebäude wurden mit den damaligen Mitteln erbaut und die „Bewohner“ laufen in der Kleidung von damals durch die Festung. Sogar Federvieh (Hühner, Gänse, Puten) und Schafe werden gehalten.

Wir fahren weiter nach Sydney (nicht Australien!). Am Walmart-Parkplatz stellen wir wieder einmal fest – unser Balu ist echt ein Hingucker – es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mindestens einmal auf ihn angesprochen werden. Selbst im Gegenverkehr winken uns Leute und zeigen Daumen hoch. Heute haben wir sogar von einem Mann die Visitenkarte bekommen, damit wir ihn anrufen, falls wir mal Probleme haben, er hätte überall in Kanada und den USA Kontakte. Er findet Balu „totally awesome“ (total geil).

Sydney, Samstag 21.05.2016

Auf dem Weg nach Norden, sehen wir uns in Baddeck das Alexander Graham Bell Museum an. Bell hat nicht nur das Telefon erfunden, sondern hat sich auch mit Flugzeugen und Schiffen beschäftigt. Das Ergebnis war das erste kanadische Luftschiff und das erste Tragflächenboot der Welt.

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Im TI des Cape Breton Highlands National Park versorgen wir uns mit Karten und Infomaterial. Unser erster Halt ist am „Black Brook Beach“ mit vielen runden Granitsteinen, schönem Sandstrand und Wasserfall am Ende.

Wir fahren weiter bis Neil´s Harbour. Auf einer Steilküste, liegt ein Restaurant mit einem großen leeren Parkplatz davor. Dahinter der Leuchtturm. Wir fragen den Manager, ob wir auf dem Parkplatz übernachten können. Kein Problem, wir können bleiben.

Da es heute warm ist, haben wir Fenster und Tür offen und können beim Abendessen kochen aufs Meer sehen. Und Klaus entdeckt einen Wal als er durch unsere Haustür rausguggt! Noch dreimal sehen wir ihn, dann ist er verschwunden. Beeindruckend so ein Tier! Wir waren so mit schauen beschäftigt, daß wir dazu leider kein Foto haben.

 

Unsere Route (792 km) – einfach anklicken

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