Nova Scotia – Teil 1

von Klaus:

Map of Canada

Halifax, Montag 09.05.2016

Heute ist früh aufstehen angesagt, um 06.30 Uhr klingelt der Wecker, so jetzt nix wie raus aus dem Bett. Koffer einräumen und frühstücken. Rührei mit Bacon, Obstsalat, Müsli, alles da.

Ein bisschen nervös sind wir schon, ob heute alles klappt?

Wir stehen pünktlich um 8.20 Uhr vor dem Büro unseres Spediteurs. Außer uns sind noch 31 andere Wohnmobilbesitzer da und die wollen alle das Gleiche. Aber es geht schneller als wir gedacht haben, 150 Can$ mal eben Gebühr bezahlt, ein paar Blätter Papierkram in Empfang genommen und 10 Minuten später war alles erledigt. Wir waren echt überrascht, daß es so fix ging.

So jetzt schnell zum Zoll flitzen! Und weil wir vorher schon dort waren, wussten wir schon ganz genau wo wir hin mussten. Wir brauchten nicht zu warten, waren sofort an der Reihe, Pässe und den Papierkram vom Spediteur übergeben, ein paar Fragen beantwortet, ob wir Waffen, Drogen usw. im Wohnmobil haben, wo wir in Kanada hin wollen, wie lange wir bleiben, etc. … Und weil wir ehrliche Bayern sind und so nett gelächelt haben, hat uns die Dame vom Zoll die Einfuhrgenehmigung für Balu erteilt. Wir haben uns wirklich gefreut, daß alles so reibungslos funktioniert hat und wiederum in 10 Minuten erledigt war.

Ok, rauf zur Barrington Street, wir waren ja fast schon „Einheimische“, Buslinie 9, Haltestelle Fairview Cove Container Terminal. Da hat die Busfahrt fast länger gedauert wie das Prozedere vorher beim Spediteur und beim Zoll.

Anmelden bei der Security, die bringen uns mit dem Auto zum Bürogebäude der Reederei. Womit wir nicht gerechnet hatten, hier müssen wir warten. Aber nach 2 Stunden ist auch das erledigt und wir haben endlich unseren Balu. Außer ein paar Kratzern am linken Außenspiegel ist auch nichts kaputt gegangen.

Jetzt ist Konzentration angesagt, ich bewege Balu auf kanadischen Straßen. Eigentlich nicht so außergewöhnlich, aber ich muß meine Fahrweise der kanadischen anpassen und die ist äußerst rücksichtsvoll. Kanadier bleiben schon stehen, wenn sie nur einen Fußgänger am Straßenrand sehen.

Wir fahren zuerst zu unserem Marigold B&B. Joan ließ uns auch noch unsere Wassertanks füllen. Koffer einladen, verabschieden und weiter geht’s. Nächster Stopp: Tankstelle, so viel passte erstmal gar nicht rein, die Tanks waren noch halbvoll, aber immerhin 310 Liter. (Umgerechnet in Euronen kostet der Liter 0,60 €). Und weil wir keine Lebensmittel mit nach Kanada einführen durften, haben wir erstmal bei Walmart einen Stopp eingelegt.

Alles was uns jetzt noch fehlte war Gas zum Kochen. War ein bisschen umständlicher als ich dachte, hat aber reibungslos funktioniert. Wir haben eine Tankgasflasche, die wir außen befüllen können wie bei einem Auto mit Gastank. Bei uns zu Hause fahr ich an eine Zapfsäule an einer Tankstelle und hier musste ich in den Hof fahren und wir bekamen das Gas aus einem Tanklaster (wie beim Heizöl). Jetzt war alles komplett und es konnte losgehen.

Wir fahren noch bis Peggy’s Cove, und haben direkt am Leuchtturm unseren Stellplatz für die erste Nacht, super schön! Johanna räumt Balu ein, ich baue den Fahrradhalter an, schraube die Fahrräder wieder zusammen, und montiere das neue Nummernschild für Balu (ohne den Landratsamt- und TÜV-Stempel). Es war zwar strahlender Sonnenschein, aber der Wind war ganz schön heftig, gefühlte 0 Grad.

Peggy’s Cove, Dienstag 10.05.2016

Das Wetter hat sich beruhigt, es ist sonnig, nicht mehr so windig aber immer noch sehr kühl.

Vormittags laufen wir über die Felsen am Strand entlang, wir klettern mehr als wir laufen. Es sind immer wieder Schilder aufgestellt, die davor warnen zu nahe an die Brandung zu gehen. Wir halten respektvoll Abstand, genießen die raue und ursprüngliche Natur.

Der Leuchtturm rundet das alles noch ab …

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Wir schlendern noch ein bisschen durch Peggy’s Cove, am kleinen Hafen vorbei…

und wieder zurück zum Leuchtturm –  denn da haben wir Balu geparkt.

Wir fahren an der Küste weiter nach Mahone Bay, da gibt’s außer drei Kirchen die direkt nebeneinander am Meer stehen, nicht viel zu sehen.

Laut dem Reiseführer ist dieses Motiv das am meisten fotografierte dieser Region, ab jetzt nicht mehr – Balu war da! Sogar die Polizei ist angerückt, wir dachten schon wir haben was angestellt, aber sie wollten nur wissen was dies für ein Fahrzeug war usw.

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Die Fahrt führt uns weiter nach Lunenburg, hier übernachten wir.

Lunenburg, Mittwoch 11.05.2016

Es ist sonnig, ein bisschen windig, aber es wird wärmer, vielleicht so 10 Grad.

Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang am Habourwalk entlang und setzen uns direkt am Hafen gemütlich auf eine Bank und genießen die Sonne. Hier im Hafen ist mehr oder weniger ein kleines Museum mit alten Schiffen, darunter auch die Bluenose II. Die ist aber leider noch „eingepackt“ und wir können uns das Schiff nicht anschauen.  Das Schiff ist ein Nachbau der Bluenose, die in der Karibik gesunken ist und die das schnellste von Fischern betriebene Segelschiff war (Fishermen’s Cup, 17 Jahre in Folge unbesiegt, März 1921 vom Stapel gelaufen).

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Der gesamte Stadtkern von Lunenburg gehört zum UNESCO Weltkulturerbe, schön restaurierte Häuser, alles sehr farbenfroh gestrichen.

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Auch haben uns die Dekorationen der Strommasten oder an den Geschäften gefallen.

Die Kirche finden wir besonders reizvoll, innen sieht man den kompletten Dachstuhl, alles aus Holz. Leider ist die Kirche 2001 teilweise abgebrannt, daher ist vieles nicht mehr original, aber trotzdem etwas Besonderes.

Nach unserem Stadtrundgang gehen wir auf die andere Seite des Hafens, von dort hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Auf dem Weg dorthin stärken wir uns mit einem Cheese-Hotdog aus der Imbissbude. Und gleich daneben steht, wir konnten es fast nicht glauben, ein original Stück der Berliner Mauer.

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Es geht weiter nach Blue Rocks, das soll die Antwort auf Peggy’s Cove sein, ist zwar auch sehr schön, aber an Peggy’s Cove kommt Blue Rocks nicht heran.

In Bridgewater übernachten wir vor einer Shopping Mall, die haben wir extra ausgesucht, weil es da eigentlich immer wlan gibt, hier nicht. Ein Abend ohne Internet …

Bridgewater, Donnerstag 12.05.2016

Morgens, halb Zehn in Kanada, es klopft an unserer Tür.

Wir denken schon daß wir jetzt Ärger bekommen, wir stehen ja direkt vor der Shopping Mall wegen dem nicht vorhandenem wlan, und blockieren gleich vier Parkplätze. Ich schaue aus dem Fenster und ein Mann von der Security steht vor unserer Tür. Er bittet uns ganz nett und höflich doch weiter zu fahren, und gibt uns noch ein paar Tipps was wir uns noch ansehen können.

So ein Tipp war Crescent Beach, ein Traumstrand. Ich fahr sogar mit Balu eine kleine Runde am Strand.

Vorher sind wir noch auf die dazugehörige Halbinsel gefahren mit einem kleinen Fischerhafen und 2 alten Holzbrücken.

Ein kleines Stück weiter ist nochmal ein kleiner Park, wir laufen auf einem Holzsteg entlang, dann am Strand weiter, weißer Sand, das ist wie in der Karibik, es fehlen nur die Palmen und die Hitze.

Und das aller Schönste – caana da ! Wir sind ganz allein… DSC07499

Wir kommen nachmittags in Liverpool an, sehen uns noch in der Stadt um, wie hier üblich gibt’s natürlich einen Leuchtturm.

Johanna entdeckt auf einem Felsen im Wasser ein kleines possierliches Tierchen, ist schön anzusehen, aber wir wissen leider nicht was es ist. Passanten sagen uns daß es ein „Mink“ sei.

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Gott sei Dank haben wir auf dem Smartphone einen Übersetzer, es ist ein Nerz!

Heute Abend in Liverpool mit wlan – direkt vor dem TI.

Liverpool, Freitag 13.05.2016

Heute fahren wir auf der „Schnellstraße“ Richtung Keji NP, Seaside. Auf dem Parkplatz sind wir wieder mal fast ganz allein, wir packen unseren Rucksack und gehen Richtung Eingang des Nationalparks. Überraschung ! Ein großes Schild auf dem steht: Caution Bear in area ! Johanna geht nochmal zurück und holt unsere Bärenrassel, die wird an den Rücksack gebunden und scheppert beim gehen, damit wir den Bären nicht erschrecken und er rechtzeitig verschwinden kann. Bären sind nur gefährlich wenn sie überrascht oder in die Enge getrieben werden.

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Wir gehen in den Nationalpark, und schon nach ein paar Minuten kommen uns Parkranger entgegen, sie sagen uns das ein Bär in der Gegend ist und wo er sich gerade aufhält. Sie empfehlen uns einen bestimmten Wanderweg, der uns nicht in die Nähe des Bären bringt.

Der Wanderweg führt direkt zum Meer, und als wir den Sandstrand betreten, entdeckt Johanna Spuren im Sand, aber nicht meine ….

Es sind die Abdrücke des Bären der hier entlang gelaufen ist. Aber vom Bären selbst ist nichts zu sehen.

Wir beobachten Robben die hier auf den Felsen in der Sonne liegen und gehen dann noch ein Stück weiter bis zum „Sperrgebiet“. Hier nisten seltene Vögel und der Strandabschnitt ist für Besucher gesperrt.

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Auf dem Rückweg nach Liverpool fahren wir an der Küste entlang, machen Halt an einem kleinen Hafen, es laufen gerade Fischerboote ein und wir denken das sie Lobster an Bord haben, war aber nicht so. Wir unterhalten uns mit einem alten Fischer, sie fangen täglich circa 200 Tiere und dann kommt die Überraschung, er fragt uns nach Balu !?!?! Wie das denn? Ein Bekannter hat uns gesehen und im erzählt das wir in Liverpool waren.

Unser nächstes Ziel ist der gleichnamige Nationalpark im Inland, wir haben von einem Parkranger noch einen Tipp bekommen wo wir übernachten können, denn im Park ist es nicht erlaubt. Und so übernachten wir ca. 2 km vor dem Nationalpark auf dem Parkplatz des Whitman Inn.

 

Unsere Route (Halifax bis Blue Rocks) – einfach anklicken

Unsere Route (Blue Rocks bis Whitman Inn) – einfach anklicken

434 km gefahren

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